Wertheim

Kinderbetreuung In naher Zukunft soll es 62 zusätzliche Plätze an den Kindertagesstätten geben / Zwei Alternativen für Kembach

Wertheim investiert 1,5 Millionen Euro

Archivartikel

Aufgrund des hohen Bedarfs erweitert die Stadt Wertheim das Betreuungsangebot in diversen Kitas. 1,5 Millionen Euro werden investiert.

Wertheim. Immer mehr Eltern suchen nach Betreuungsplätzen für ihre Kinder, die noch nicht zur Schule gehen. Der hohen Nachfrage will die Stadt Wertheim nun Rechnung tragen und nimmt dafür viel Geld in die Hand. Insgesamt 1,5 Millionen Euro lässt sie sich die Erweiterung des Angebots kosten. Bisher waren dafür nur 150 000 Euro im Haushalt vorgesehen.

Die restlichen 1,36 Millionen Euro für die 62 zusätzlichen Plätze sollen zum einen durch noch zu beantragende Zuwendungen (180 000 Euro) finanziert werden. Rund 1,2 Millionen Euro der außerplanmäßigen Ausgaben werden über den Haushaltstitel „unvorhergesehene U3-Ausbaumaßnahmen“ (50 000 Euro), die Verschiebung der Neugestaltung des Außenbereichs der katholischen Kita Bestenheid (120 000 Euro) und eine Umschichtung aus veranschlagten Mittel für die angedachte Kita Dietenhan (600 000 Euro) gestemmt.

Haushaltsumschichtungen

Weitere 410 000 Euro werden mittels Umschichtung aus der ursprünglich vorgesehenen Erneuerung der Stromversorgung auf dem Messegelände der Michaelismesse freigesetzt. Für die Finanzierung sind außerplanmäßige Verpflichtungsermächtigungen für den Haushalt 2020 in Höhe von 800 000 Euro notwendig.

Zusätzliche 100 000 Euro werden für das Haushaltsjahr 2021 reserviert. „Die Vorhaben sind beispielhaft für die Arbeit des Gemeinderats in der vergangenen Legislaturperiode“, sagte Patrick Schönig (SPD) zu Beginn der Diskussion über den Vorschlag der Verwaltung. Die außerplanmäßige Finanzierung sei „absolut notwendig“. In die gleiche Kerbe schlug Axel Wältz (CDU): „Wir sind eine familienfreundliche Stadt. Kinderbetreuung war ein Schwerpunkt der laufenden Periode und wird auch einer der nächsten sein“, versprach er.

Richard Diehm (Grüne) schloss sich an und mahnte an, den Personalschlüssel nicht aus den Augen zu verlieren, um die Qualität der Betreuung zu erhalten.

Hubert Sadowski von den Freien Bürgern signalisierte ebenfalls Zustimmung. Man müsse das Angebot auch in Zukunft aufrecht erhalten. Die Finanzierungsvorschläge der Verwaltung seien nachvollziehbar.

Ortsvorsteherin Tanja Bolg verwies auf die steigende Zahl von Kindern in Kembach. Hier bestehe ein gewisser Zeitdruck. Deshalb sei die Einhaltung des Zeitplans wichtig.

Zeitdruck

Sonderriets Ortsvorsteher Kurt Kraft stieß ins gleiche Horn. Schließlich habe man Eltern die Betreuungsplätze für Anfang 2020 schon zugesagt.

Auf Nachfrage erläuterte Charlotte Friedel vom Referat Personal und Organisation, dass man bei der Suche nach qualifiziertem Personal recht erfolgreich sei.

Uwe Schlör-Kempf, Kinder- und Jugendbeauftragter der Stadt, berichtete, dass die Zahl der Betreuungskräfte von 2016 bis heute von 150 auf 192 gestiegen sei.

Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag der Verwaltung schließlich einstimmig zu.