Wertheim

Handball HSV Main-Tauber gewinnt die zweite Runde des Molten-Cups in Bayreuth

Wertheimer beim Pokal im Höhenflug

Archivartikel

Nach Abpfiff des Pokal-Finales der zweiten Runde des Molten-Cups in Bayreuth konnten es die Spieler des HSV Main-Tauber immer noch kaum glauben: Als krasser Außenseiter fuhr man zur zweiten Runde des Molten-Cups nach Bayreuth, in Erwartung, dass es wohl die Endstation im mit Landes- und Bayernligisten gespickten Turnier ist – doch es sollte anders kommen.

Im Halbfinale traf man zunächst auf den Landesligsten HC Sulzbach-Rosenberg, welcher nahezu in Bestbesetzung antrat. Im Vergleich dazu hatten die Wertheimer in Sachen Aufstellung deutlich größere Probleme. Einzig ein nomineller Ersatzspieler für das Feld stand auf dem Spielberichtsbogen. So musste zeitweise sogar Rückkehrer Matthias „Sam“ Meckelein, seines Zeichens Torwart, im Feld spielen.

Aus diesem Grund reagierte Spielertrainer Konrad Michel und schickte sein Team mit ungewohnter Taktik auf die Platte. Statt dem üblichen Tempospiel, welches in Runde eins gegen die TG Heidingsfeld noch exzellent funktionierte, setzte man diesmal mehr auf Spielkontrolle. Man wollte den Ball möglichst lange halten und nur schnell nach vorne spielen, wenn sich eindeutige Gelegenheiten dafür boten. Dies war aufgrund der Personalsituation und der konditionellen Unterlegenheit gegen die höherklassigeren Teams zwingend notwendig. Vor allem im Hinblick darauf, dass bei einem Halbfinalerfolg das mögliche Finale nur eine halbe Stunde später angepfiffen wird.

Der HSV startete gut in die erste Partie und führte nach 17 Minuten mit 7:4. Ausschlaggebend hierfür war vorallem die gute Torhüterleistung – zudem agierten alle Akteure sehr konzentriert und machten kaum Fehler. Doch der HC bewies seine individuelle Klasse und holte diesen Rückstand recht schnell auf. Letztlich ging es mit einem zu diesem Zeitpunkt gerechten 11:11 in die Kabinen.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie eng. Durch eine geschlossene Mannschaftsleistung konnte der Bezirksligaaufsteiger aus Wertheim den Qualitätsunterschied gegen die zwei Ligen höher spielenden Sulzbacher ausgleichen. Die Führung wechselte oft, ehe zehn Minuten vor Schluss ein Remis auf der Anzeigetafel zu sehen war. Durch einen Treffer in Unterzahl konnte der Wertheimer „Underdog“ mit 22:20 in Führung gehen. Doch Sulzbach blieb weiter dran und verkürzte eine Minute vor Schluss auf ein Tor. Der HSV behielt in dieser Phase jedoch die Nerven, nahm Zeit von der Uhr und markierte 14 Sekunden vor dem Ende den 24:22-Endstand.

Großer Kampf im Finalspiel

Im Finale musste man gegen den Bezirksoberligisten MTV Stadeln antreten, der zuvor den ersatzgeschwächten Gastgeber aus dem Turnier warf. Zeit zum regenerieren blieb den Wertheimern keine. Das kräftezehrende Halbfinale war dem HSV zu jedem Zeitpunkt anzumerken, weswegen man zu Beginn des Spiels zunächst ausgekontert wurde. Dennoch gelang es dem MTV Stadeln nie, sich von den kämpferisch eingestellten Wertheimern abzusetzen, die bis zur 20. Minute auf einen Treffer an den Favoriten herankamen.

Wertheim kam stark aus der Kabine und ergatterte die Führung, wobei man sich ebenfalls nicht richtig vom Gegner abzusetzen wusste. Wertheim erkämpfte sich gegen die offensive Manndeckung der Gegner Tor um Tor und landeten letztlich einen 31:29-Sieg.

Damit steht der HSV Main-Tauber unter den letzten zwölf Mannschaften des bayernweit ausgespielten Molten-Cups. Wer in der nächsten Runde auf die Wertheimer, welche noch nicht genau terminiert ist, wartet, wird noch ausgelost. Fest steht jedoch, dass man wieder als krasser Außenseiter an den Start gehen wird. Dies weiß auch HSV-Coach Konrad Michel, der jedoch trotz aller Unterlegenheit sehr zufrieden mit seinem Team ist: „Ich muss dem Team meinen größten Respekt zollen.

Keiner hätte gedacht, dass wir hier etwas mitnehmen können, gerade weil uns einige Spieler gefehlt haben. Doch wie wir das mit Kampf und Leidenschaft kompensiert haben, war der Wahnsinn. So etwas habe ich selten erlebt. Der Pokal hat eben doch seine eigenen Gesetze.“

HSV Main-Tauber – HC Sulzbach-Rosenberg 24:22

HSV Main-Tauber: B. Schack, M. Schack (beide Tor), Meckelein, Kunzmann (5), Michel (5/1), Eichelbrönner (4), Lejic (4), Wießler (3), Enzfelder (2), Witt (1).

MTV Stadeln – HSV Main-Tauber 29:31

HSV Main-Tauber: B. Schack, M. Schack (beide Tor), Meckelein, Kunzmann (12/4), Michel (5), Wießler (4), Lejic (4), Eichelbrönner (2), Enzfelder (2), Witt (2).