Wertheim

Wettbewerb um die besten Ideen für die Stadt ist gestartet

Archivartikel

So, jetzt geht’s los. Das heißt, es endet erst einmal. Vorbei ist mit dem morgigen Sonntag die Weihnachtszeit. Vorbei sind, eigentlich schon seit gestern – denn die Wochenenden sind ja immer frei, die Weihnachtsferien. Rum ist, für die allermeisten von uns, denke ich mal, der Urlaub. Wobei die Ersten vielleicht sogar schon wieder urlaubsreif sind. Man denke dabei an die Beschäftigten der diversen Straßen- (und Wege-)reinigungsdienste. Sehen Sie noch irgendwo Reste vom Silvesterfeuerwerk herumliegen? Ist schon klar, gefährliche Frage. Irgendwas findet man immer.

Beseitigt werden ab Montag auch die, zugegeben ziemlich großen, Reste vom Weihnachtsmarkt, womit vor allem Marktplatz und Brückengasse wieder frei zugänglich und – wenn notwendig – befahrbar sind.

Und was geht nun los, um wieder an den Anfang dieser Glosse zurückzukommen? Nun, die ersten Beispiele sind ja schon genannt: Arbeit, Schule. Und dann natürlich der Oberbürgermeisterwahlkampf, der, wie wir seit dieser Woche wissen, tatsächlich einer ist oder werden wird. Und das hoffentlich in der positiven Ausprägung als Wettbewerb der besten Ideen für unsere Stadt und nicht einer um die dümmsten (oder vielleicht auch, Gott bewahre, fiesesten) Sprüche. Es muss auch nicht unbedingt darum gehen, wer die meisten Plakate aufhängen kann.

Abgabeschluss ist ja erst am kommenden Dienstag, 18 Uhr. Es können also durchaus noch Bewerberinnen und Bewerber auf den Plan treten. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind es drei Männer, die am 1. Mai die Nachfolge von Stefan Mikulicz antreten wollen. Um sich schon einmal daran zu gewöhnen: Es könnte dann also einen Oberbürgermeister Wolfgang Stein geben, einen Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez oder einen Oberbürgermeister Gerhard R. Wolf. Vielleicht prüfen Sie ja schon mal, was für Sie besser klingt? Aber machen Sie Ihre Entscheidung nicht davon abhängig.

Für die Aspiranten auf den Chefsessel im Rathaus ist Urlaub in diesen Tagen wohl eher ein Fremdwort. Ihre Terminkalender sind voll. Mitleid muss aber nicht sein – sie haben es ja nicht anders gewollt.

Für die Bürger können dies übrigens traumhafte Tage werden. Man findet leichter als sonst offene Ohren für seine Anliegen. Ich will jetzt gar nicht pathetisch vom „Hochfest der Demokratie“ sprechen. Das kann aber nur dann unbeschwert gefeiert werden, wenn einerseits die Kandidaten miteinander, andererseits ebenso wir Bürger mit ihnen respektvoll umgehen.

Auch wenn in Zeiten wie diesen manche/viele daran zweifeln mögen: Wer Oberbürgermeister werden will, der tut dies nicht nur des eigenen Egos wegen, sondern mit Sicherheit ebenso, weil er etwas für die Stadt erreichen will. Das verdient zumindest einmal Anerkennung. Und die Beteiligung an der Wahl am 3. Februar. Wenn Sie nachrechnen wollen: Das ist genau morgen in vier Wochen. Eine kurze, aber mit großer Sicherheit – zumindest für die Kandidaten – hoch intensive Zeit. Und die Bewerber werden danach wahrscheinlich urlaubsreif sein.

Wenn an dieser Stelle jetzt stehen würde, dass Ähnliches gerade wahrscheinlich nur noch die Narren erleben – schließlich strebt auch der Fasching langsam seinem Höhepunkt entgegen – würden das manche wohl als Anspielung verstehen. Deshalb lassen wir das lieber, oder? Auch der Hinweis auf den „Tag des alten Gesteins“, der am Montag begangen wird, könnte für allzu Pingelige schon zu viel sein. Aber der „Tag der Blockflöte“ am kommenden Donnerstag, der ist doch unverfänglich, oder?

So, jetzt geht’s los, hieß es ja am Anfang dieses Textes. Natürlich – regelmäßige Leser werden es schon erwartet haben – ist damit auch der Winter gemeint. Für den ist ja scheinbar der Urlaub jetzt auch vorbei.