Wertheim

Nahwärmeversorgung „Gassenhäuser“ Aufsichtsrat der Stadtwerke ließ sich in Nassig den aktuellen Stand erläutern

Wichtige Aufwertung der Infrastruktur

Kurz vor der Fertigstellung steht das Nahwärmeversorgungsnetz in Nassig. Am Donnerstag machte sich der Aufsichtsrat der Stadtwerke ein Bild von dem Projekt.

Nassig. Noch ist es eigentlich nur eine Betonbodenplatte mit vier Wänden in Holzständerbauweise darum herum und einem Dach darüber. Aus dem recht einfachen Gebäude wird in wenigen Wochen ein weiteres Zeichen des Engagements der Stadtwerke Wertheim in Sachen Ökologie, Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Im Vorfeld seiner Jahresabschlusssitzung besichtigte der Aufsichtsrat die entstehende Nahwärmeversorgung „Gassenhäuser“ in Nassig. Anlass für die Umsetzung des Konzeptes sei der bevorstehende Neubau der Wildbachhalle in Wertheims größter Ortschaft und das vorgesehene Wärmecontracting durch die Stadtwerke gewesen, erläuterten Geschäftsführer Thomas Beier und Bürgermeister Wolfgang Stein den Aufsichtsrat.

Auf der Basis einer vom Land Baden-Württemberg geförderten Machbarkeitsstudie hatte das Gremium vor einem Jahr „grünes Licht“ für das Projekt gegeben.

Baubeginn für das sogenannte Heizhaus war im August. Als nächste Schritte werden zwei Pelletkessel mit einer Wärmeleistung von jeweils 110 Kilowatt und drei Schichtenpufferspeicher mit jeweils 5000 Litern Fassungsvermögen installiert sowie auf dem Dach des Gebäudes eine rund 80 Quadratmeter große Solaranlage. Zum Projekt gehören außerdem rund 400 Meter Versorgungsleitungen.

Erneuert wurden in dem Zusammenhang auch Wasserversorgungs- und Hausanschlussleitungen. An die Nahwärmeversorgung angeschlossen werden können, beziehungsweise sollen das Sportheim des SV Nassig, der neu errichtete Dusch- und Umkleidetrakt, nach deren Fertigstellung die neue Wildbachhalle, das Feuerwehrhaus und bis zu elf Wohnhäuser im Umfeld.

Vorreiterrolle bewiesen

„Alle Welt redet von der Notwendigkeit, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Wir tun etwas“, betonte Bürgermeister Wolfgang Stein. Mit der Nahwärmeversorgung könnten jährlich bis zu knapp 134 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden, informierte Geschäftsführer Thomas Beier. Die Kosten bezifferte er auf etwa 450 000 Euro, die Förderung durch das Land auf gut 95 000 Euro.

Mit dem „tollen Projekt im Bereich regenerativer Energien“ stellten die Stadtwerke einmal mehr ihre Vorreiterrolle unter Beweis, lobte Stein. Und doch war die Umsetzung des Konzeptes keine einfache Angelegenheit, vor allem unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Die Kunden seien zunächst ein wenig zögerlich gewesen, räumte Beier ein. Stein würdigte Nassigs Ortsvorsteher Volker Mohr für die Unterstützung.

Der wiederum freute sich über die Aufwertung der Infrastruktur der Ortschaft und betonte wie die anderen Redner den besonderen Einsatz von Richard Diehm für das Projekt: „Du hast so lange gebohrt, bis keiner mehr ‚nein’ sagen konnte.“