Wertheim

Gottesdienst und Empfang Elvira Leskowitsch feierlich in ihr neues Amt als Beauftragte der Polizeiseelsorge eingeführt

Wichtige Stütze im nicht immer leichten Dienst

In ihr Amt als Beauftragte der Polizeiseelsorge wurde am Donnerstag Gemeindediakonin Elvira Leskowitsch eingeführt. Dabei waren sich alle einig, dass sie die Richtige für die Aufgabe ist.

Reinhardshof. Polizisten sind in ihrem Beruf mit vielen belastenden Situationen konfrontiert. Gleichzeitig wird von ihnen dann erwartet, ethisch richtig zu handeln. Als Unterstützung stehen ihnen dabei unter anderem die Polizeiseelsorger der Kirchen zur Seite. Für den evangelischen Kirchenbezirk Wertheim wird Gemeindediakonin und Religionslehrerin Elvira Leskowitsch künftig diese Aufgabe übernehmen.

Ihre Amtseinführung erfolgte am Donnerstag in einem Gottesdienst in der Michaelskirche auf dem Reinhardshof. Geleitet wurde er von Dekan Hayo Büsing, musikalisch umrahmt von Bezirkskantorin Katharina Wulzinger. Neben Vertretern von Kirche und Polizei nahmen auch Abgeordnete verschiedener Hilfs- und Rettungsorganisationen daran teil.

Im Gottesdienst stellte Pfarrer Gregor Bergdolt, bei der evangelische Landeskirche Baden für die Polizeiseelsorge zuständig, diese Aufgabe vor. Seelsorge arbeite im Verborgenen und vollbringe Wichtiges. Die Polizeiseelsorge der Kirchen sei weitgehend unbekannt. Polizisten würden in ihrem Beruf viel Gutes erfahren und viel Positives erreichen. Sie erlebten aber auch viel Schlimmes und würden zudem den Hass abbekommen, der sich gegen die Regierenden richte. Bergdolt: „Polizisten brauchen Orte, an denen sie sich in schweren Zeiten öffnen können.“ Der Vorteil der Kirchen sei die Schweigepflicht. Ihnen könne man sich anvertrauen. Alles Gesagte werde niemals bekannt.

Elvira Leskowitsch werde unterwegs sein in den Dienstposten, aber auch als Lehrerin an der Polizeihochschule. Die Gemeindediakonin sei eine neugierige, wissbegierige und erfahrene Frau, die sich schon intensiv mit der Arbeit der Polizei auseinandergesetzt habe, betonte der Redner. „Wir sind glücklich, dass sie diese Aufgabe annehmen“, dankte er Leskowitsch.

Die Lesungen übernahmen Landespolizeipfarrer Bernhard Goetz und Polizeikommisaranwärter Felix Ebert. Die Predigt hielt Dr. Wilhelm Schwendemann. Er ist Professor an der Evangelischen Hochschule Freiburg und hat Leskowitsch lange während ihrer Ausbildung begleitet. Schwendemann betonte, wie wertvoll eine außenstehende Person der Kirche als Ansprechpartner für die Polizisten sei. Genauso wichtig sei der Rückhalt für eine Polizeiseelsorgerin durch Polizei und Kirche.

Die Einführung von Leskowitsch in ihr Amt übernahmen Goetz, Büsing und Schwendemann. Dabei versprach Leskowitsch, sie werde mit Gottes Hilfe den Dienst übernehmen, die ihr Anvertrauten begleiten und schützen sowie Bereitschaft zur Zusammenarbeit zeigen. Es folgte die Segnung für die neue Aufgabe. Die Fürbitten sprachen vier Polizeikommissaranwärter.

Wichtige Impulse

Beim Empfang im Wirtschaftsgebäude der Hochschule für Polizei sprachen zahlreiche Redner Leskowitsch Dank und Anerkennung aus. Richard Zorn, Leiter des Institutsbereichs Wertheim, freute sich über deren Engagement in der Polizeiseelsorge sowie über ihren Einsatz im Unterricht. Bei diesem erfahre sie vieles über die Sorgen und Bedürfnisse der Auszubildenden. So könne sie Anregungen für ihre Arbeit mit der Polizei im Alltag mitnehmen. Der Berufsethikunterricht gebe Polizeischülern wichtige Impulse. Dies nutze der gesamten Gesellschaft.

Dekan Gerhard Hauck sprach die Grußworte für die katholische Kirche. Das katholische Dekanat Tauberbischofsheim fühle sich mit Leskowitsch und ihrer Aufgabe verbunden. Er wünschte ihr alles Gute und die richtigen Worte für die Polizeiseelsorge. Die Kirchen müssten neu lernen, mit den Menschen gemeinsam nach Antworten zu suchen, statt diese vorzugeben, ergänzte er.

Hans Becker, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Heilbronn, betonte, man könne auch angesichts der neuen Herausforderungen, nicht mehr auf Polizeiseelsorge verzichten. „Sie werden eine sehr spannende und interessante Aufgabe wahrnehmen“, sagte er zu Leskowitsch. Diese werde die Geschichten der Polizeimitarbeiter aus deren Perspektive hören.

Becker: „Sie werden dazu beitragen, dass das seelische Gleichgewicht der Kollegen in Einklang kommt.“ Genauso wichtig sei ihre Lehrtätigkeit. Sie helfe dabei, junge Kollegen zu begleiten und ihnen zu helfen, ethnische Fragen zu reflektieren.

Bürgermeister Wolfgang Stein zeigte sich glücklich darüber, dass Leskowitsch in Wertheim ist und hier bleibe. Auch er war von der Notwendigkeit der Polizeiseelsorge überzeugt. Polizeibeamte würden in Situationen geraten, die für sie belastend sind. Da tue eine Seelsorge gut. Polizisten würden nicht immer den gebotenen Respekt erhalten, würden sogar angegriffen. Sie müssen sich in ihrem Alltag auch vielen ethnischen Fragen stellen. Hier könne Polizeiseelsorge einen Schutzraum schaffen, um mit diesen Anforderungen umzugehen. Stein: „Ich bin überzeugt Leskowitsch wird die Aufgabe gut machen.“

Die Polizeiseelsorgerin dankte all ihren Wegbegleiter und betonte, wie wichtig ihr die Stelle ist. „Ich bin heute richtig selig.“ bdg