Wertheim

Kleines Jubiläum Wertheimer Erzählcafé besteht seit fünf Jahren / Gemeinschaftliche Initiative von Seniorenbeirat und Johanniter-Altenpflegeschule

Wie aus Bauchschmerzen ein toller Erfolg wurde

Wertheim.Das Wertheimer Erzählcafé ist inzwischen ein fester Begriff. Jetzt beging die Einrichtung ihr fünfjähriges Bestehen.

Dieses kleine Jubiläum wurde am Montag gefeiert, und zwar sozusagen „zuhause“ in den Räumen der Johanniter-Altenpflegeschule im Hofgarten. Denn das Erzählcafé ist eine gemeinsame Initiative dieser Einrichtung und des Wertheimer Seniorenbeirats.

Gelebtes Miteinander

Für die Stadt Wertheim dankte der stellvertretende Oberbürgermeister Bernd Hartmannsgruber den Organisatoren und lobte das Erzählcafé als „gelebtes Miteinander der Generationen in unserer Stadt.“

„Man sieht, wie gut Netzwerke funktionieren“, meinte der Leiter der Altenpflegeschule, Stefan Dosch zu der Kooperation.

Die bisherigen Veranstaltungen hätten den Besucherinnen und Besuchern, aber auch den Schülerinnen und Schülern, die in der Regel als Organisatoren und vor allem auch als Programmgestalter fungieren, viel gebracht.

Der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Jürgen Küchler, bezeichnete das Erzählcafé als „eine besondere Möglichkeit, wo sich Junge und Ältere in zwangloser Runde direkt von Mensch zu Mensch begegnen können.“

Küchler war froh und dankbar, dass die Schülerinnen und Schüler der Johanniter-Altenpflegeschule sich bereiterklärt haben, die Organisation zu übernehmen. Enorm viele Themen seien in den vergangenen fünf Jahren behandelt worden.

Für die Auszubildenden an der Schule verbindet das Erzählcafé Theorie und Praxis, berichtete Lehrerin Silvia Theile. Vor der ersten Veranstaltung am 12. Dezember 2013 habe man „große Bauchschmerzen“ gehabt, „wir wussten ja nicht, ob überhaupt und wie viele Menschen kommen“. Die anfängliche Skepsis erwies sich als unbegründet. „Es kamen immer welche, bis heute ist nicht ein Erzählcafé ausgefallen.“ Einschließlich der Jubiläumsfeier waren das bislang immerhin 57 Veranstaltungen, für 49 davon waren die Altenpflegeschüler verantwortlich.

Im Café oder Museum

In der Regel trifft man sich im Café Sahnehäubchen, zuletzt kam auch das Dorfmuseum in Reicholzheim als Treffpunkt hinzu.

Jahreszeitliches, Historisches, Spirituelles – die Bandbreite an Themen, die Silvia Theile aufzählte, war groß.

Man veranstaltete aber auch Ausflüge ins Grafschafts- und in ein Freilichtmuseum, auf die Burg oder mit dem Schiff auf dem Main.

Eine bunte Vielfalt also, „wir haben altes Wissen erfahren und neues, haben vorgelesen und still zugehört, gesungen, sogar getanzt und vor allem unendlich viel gelacht“. Über diese fünf Jahre hinweg habe man sich näher kennengelernt, manche Besucher sind Stammgäste geworden. So soll es im Erzählcafé in Zukunft auch weitergehen, das nächste Mal nach einer kurzen Winterpause am Montag, 11. Februar um 14 Uhr im Dorfmuseum in Reicholzheim.