Wertheim

152. Jahresfest Diakonissen werden ins heutige Familienhaus umziehen / Walter Scheurich für sein jahrzehntelanges Engagement ausgezeichnet

„Wir sind ein Haus der offenen Türen“

Das 152. Jahresfest des Diakonissenmutterhauses Frankenstein am Sonntag war ein besonderes Fest. Nämlich das wohl letzte am angestammten Platz. Den Schwestern steht ein Umzug bevor.

Hofgarten. Es war ein Versprechen, das Walter Scheurich abgab: „Wir sind ein Haus der offenen Türen. Und das wollen wir auch weiter sein.“ Auch wenn es in naher Zukunft ein anderes, ein kleineres Mutterhaus sein wird.

In der Einladung zum 152. Jahresfest sei schon die Rede gewesen, von den anstehenden Veränderungen, so der Vorsitzende des Vereins Evangelisches Diakonissenmutterhaus Frankenstein. „Die nehmen jetzt langsam Gestalt an.“

Dabei wolle man das Vermächtnis der Diakonissen fortschreiben und ihnen eine würdige Unterkunft im Alter bieten. Im Vorstand und gemeinsam mit den Schwestern, Oberin in Ruhe Irmgard Stolz, Charlotte Kranz und Renate Sonntag, habe man eine Lösung erarbeitet, die darin bestehe, dass das heutige „Familienhaus“ künftig als Mutterhaus fungieren solle.

Ein Architekt sei damit beauftragt, die notwendigen Schritte zu planen, die auch weiterhin ein Gemeinschaftsleben ermöglichen sollen. Man sei zuversichtlich, die Planungen bis Ende des Jahres realisieren zu können.

Gelände Teil der Veränderung

Das Gelände des heutigen Mutterhauses wird dann Teil der Veränderungen auf der „Diakonischen Meile“, die das Wohnstift, die Altenpflegeschule, die Johannes Diakonie und den Kindergarten umfassen. Jeder der Beteiligten werde seinen Teil der Planungen zu gegebener Zeit selbst der Öffentlichkeit vorstellen, kündigte Scheurich an. Im Mutterhaus selbst sind auch die Bewohner der betreuten Wohngemeinschaft und Mitarbeiter betroffen. In intensiven Gesprächen habe man beziehungsweise wolle man für alle eine Lösung finden. „Wir wollen sie nicht alleine lassen.“

Ohne es vorher zu wissen, stand auch Scheurich selbst im Mittelpunkt der Veranstaltung. Denn seine Mitvorstandsmitglieder, Schuldekanin Cornelia Wetterich und Wolfgang Reiner, nutzten die Gelegenheit, um ihn für 20 Jahre Mitgliedschaft in dem Führungsgremium, davon die letzten Jahre als Vorsitzender nachdem er zuvor Schatzmeister war, zu ehren.

Der gute Geist

Sie beschrieben ihn als „guten Hirten“, der Verantwortung übernehme für eigene und fremde Schafe, seine Herde kenne, merke, wenn ein Schaf fehle „oder einem etwas fehlt“. Alles was Scheurich tue, tue er mit großer Leidenschaft. „Er ist der gute Geist und die gute Seele des Vorstands.“

Ohne die Diakonissen, zeigten sich sowohl Bürgermeister Wolfgang Stein als auch Elisabeth Fürstin zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg überzeugt, wäre die Entwicklung Wertheims anders verlaufen. „Hier kommen Zeit und Ewigkeit zusammen“, sagte Gemeindepfarrerin Dr. Verena Mätzke. „Dieses Haus bleibt ewig stehen, denn es ist das Haus des Herrn.“

Generalsuperintendent Martin Herche, Bundesvorsitzender der Gemeinschaft Evangelischer Schlesier in Deutschland, war eigens aus Görlitz zum Jahresfest nach Wertheim gekommen. „Wo Menschen im Geist der Nächstenliebe füreinander da sind, da kann Frieden auf Erden sein“, stellte er fest und wünschte, „dass dieses Beispiel Schule macht“. Herche hatte auch im vorangegangenen, von Pfarrerin Wetterich gehaltenen, Gottesdienst gepredigt und dabei den 23. Psalm vom guten Hirten ausgelegt.

Musikalisch gestaltet hatte den Gottesdienst Cornelia Merkel und sie griff auch am Ende des offiziellen Teils in die Tasten, denn das 152. Jahresfest sollte, ebenso wie viele der vorangegangenen, mit gemeinsamem Gesang ausklingen.