Wertheim

Wertheimer Ahnenbilder Zwillingssilhouetten von Margaretha Haas (1831 bis 1879) und Emilie Hensch

Zwei innige Freundinnen in der Biedermeierzeit

Archivartikel

Wertheim.Ein gelungenes Zeugnis inniger Zuneigung bilden die Zwillingssilhouetten der Freundinnen Haas und Hensch. Bis auf die unterschiedlichen Gesichtszüge gleichen sie sich wie ein Ei dem an anderen. Halskrausen, Schleifen, Blumensträußchen und die Requisiten Tisch und Stuhl entsprechen haargenau dem Gegenüber. Zwischen den beiden jungen Frauen muss tiefes Einverständnis geherrscht haben.

Margaretha Dorothea Haas, geborene Unger, entstammte der 1722 aus Branderode im Vorharz nach Wertheim eingeheirateten verzweigten Schreinerfamilie Unger, die sich im 19. Jahrhundert dem Schlosserberuf zuwandte. Als Tochter des Schlossers Philipp Christoph Unger und der Catharina, geborene Markel, war sie am 15. April 1831 geboren. Am 28. Oktober 1852 heiratete sie den verwitweten Schiff- und Handelsmann Johann Michael Haas aus der Remlinger Haasen-Linie. Von den vier Kindern dieser Ehe wurde die 1863 geborene jüngste Tochter Elisabetha Catharina im Jahr 1890 die erste Frau des Postassistenten Ludwig Müller, der sich sein Heim auf dem Knackenberg baute und von 1925 bis 1931 Vorsitzender des Historischen Vereins „Alt-Wertheim“ war. Tochter Amalie Müller, langjährige Rechnerin desselben Vereins und frühere Seele der Sparkasse, steht noch Manchem in Erinnerung.

Margaretha Dorothea Haas, die in der linken Silhouette Gezeigte, ist am 18. September 1879 gestorben. Über ihre Busenfreundin Emilie Hensch fehlen bislang nähere Daten.