Wittighausen

Gemeinderat Wittighausen bereitet sich auf den Kaufmannszug wie vor über 200 Jahren vor

Auf historischen Geleitwegen unterwegs

Archivartikel

Nur wenige Punkte standen bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Wittighausen auf der Tagesordnung des öffentlichen Teils.

Wittighausen. Eines der Themen war der historische Kaufmannszug, der am Pfingstmontag nach 2015 auf seinem Weg von Augsburg nach Seligenstadt erneut in Unterwittighausen Halt machen und sein Lager aufschlagen wird. Auf Anfrage der Gemeinderätin Erika Kordmann, ob beim Kaufmannszug von Seiten der Gemeinde ein Empfang vorgesehen sei, teilte Bürgermeister Marcus Wessels mit, dass sich der SV unter Vorsitz von Gemeinderat Martin Pruszydlo bereit erklärt habe, sowie in Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr Unterwittighausen die Bewirtung der Zugteilnehmer und Gäste zu übernehmen. Begrüßt wird der am Pfingstmontag, 10. Juni, voraussichtlich gegen 17 Uhr am Sportplatz eintreffende historische Kaufmannszug unter anderem vom stellvertretenden Bürgermeister Gerhard Skazel.

Premiere 2003

Nach Gründung eines Arbeitskreises „Kaufmannszug“ im Jahr 2002 in Seligenstadt, der letzten Raststation vor Frankfurt, startete Ende Mai 2003 erstmals nach über 200 Jahren wieder ein Zug mit Kaufleuten und ihrem Geleit von Nürnberg in Richtung Frankfurt. Damit wurde die alte Tradition aufgegriffen, dass Züge mit Kaufleuten auf den beiden Handelswegen von Augsburg und Nürnberg kommend nach Frankfurt zur Messe unterwegs waren. Seitdem Zeitpunkt findet alle vier Jahre ein solcher Kaufmannszug statt.

In diesem Jahr wird er am Samstag, 1. Juni, von Augsburg aus auf den Handelsweg bis nach Seligenstadt starten.

Auf seiner insgesamt rund 340 Kilometer langen und 14 Etappen umfassenden Strecke legt der Kaufmannszug einen Zwischenhalt in Unterwittighausen, in Tauberbischofsheim und in Külsheim ein.

Die Etappenziele werden jeweils nachmittags zwischen 16 und 18 Uhr erreicht, der Start von den Zwischenstationen erfolgt jeweils morgens um 9 Uhr.

Die drei Kommunen waren bereits 2015 jeweils Etappenorte. Weitere Stationen des Zugs sind zuvor unter anderem Harburg, Nördlingen, Dinkelsbühl, Rothenburg ob der Tauber und Aub sowie anschließend auf dem Weg nach Seligenstadt noch Eichenbühl und Obernburg-Eisenbach (beide Landkreis Miltenberg).

Beim Kaufmannszug werden sich für zwei Wochen jeweils etwa 170 Personen in ihren historischen Gewandungen mit voraussichtlich 44 Pferden und 18 Fuhrwerken in das Abenteuer einer „Geleitsreise“ des 18. Jahrhunderts begeben. Bis zum Erreichen des Ziels in Seligenstadt am Samstag, 15. Juni, werden bis dahin rund 250 Personen teilgenommen haben.