Wittighausen

Diamantene Hochzeit Helga und Reinhard Walter hatten am Mittwoch in Unterwittighausen Grund zum Feiern

Beim Tanz und im Zug nähergekommen

Archivartikel

Unterwittighausen.Diamantene Hochzeit feierte am Mittwoch das Ehepaar Helga und Reinhard Walter in Unterwittghausen. Zu den Gratulanten zählte unter anderen Bürgermeister Marcus Wessels, der zum 60-jährigen Ehejubiläum den beiden für die Gemeinde Wittighausen einen Präsentkorb überbrachte.

1940 Licht der Welt erblickt

Helga Walter, geborene Reinhard, erblickte 1940 in Großhartmannsdorf im Erzgebirge bei Freiberg das Licht der Welt. Ab ihrem vierten Lebensjahr wurde sie von ihrer Mutter alleinerziehend großgezogen, nachdem ihr Vater in den Krieg musste und verschollen blieb.

Nach ihrer Schulzeit absolvierte sie eine Ausbildung als Fachverkäuferin für Lebensmittel und arbeitete danach bei einem Hersteller für Tonmöbel. Dort war sie in der Endmontage von hochwertigen Musikschränken und -truhen sowie Gehäusen aus Holz zum Beispiel für Rundfunk-, Phono- und Fernsehgeräte beschäftigt.

1956 lernte Helga Reinhard auf Arbeitswegen im Zug und bei Tanzveranstaltungen ihren späteren Ehemann kennen. Reinhard Walter war 1938 in Kummernick im ehemaligen schlesischen Landkreis Liegnitz geboren. In den Kriegswirren wurden er als Sechsjähriger gemeinsam mit seiner Mutter und einem seiner Geschwister ins Erzgebirge deportiert. Sein Vater und zwei seiner Geschwister ließen im Krieg ihr Leben. Bis zur siebten Klasse ging er in Obersaida, einem heutigen Ortsteil der Gemeinde Großhartmannsdorf, zur Schule. Als 14-Jähriger besuchte er für das letzte Jahr und seinen Abschluss die dortige Schule.

Im Schmiedewerk gearbeitet

Im Anschluss an eine Ausbildung zum Hüttenwerker für Nichteisenmetalle arbeitete Reinhard Walter drei Jahre in einem Schmiedewerk, bevor er auf den Beruf eines Tonmöbel-Polierer umgeschult wurde. In diesem Metier arbeitete er von 1959 bis zur Schließung des Betriebs 1989. Mitarbeiter der Gemeinde von 1989 bis 1991 sowie einer großen Kanal- und Tiefbaufirma ab 1991 waren weitere berufliche Stationen, als Reinhard Walter 1998 in Rente ging.

Am 27. Juni 1959 („Wir wussten damals nicht, dass dies der Siebenschläfertag war“) gaben sich Helga Reinhard und Reinhard Walter im Standesamt der Stadt Freiberg das Ja-Wort zur Eheschließung. Zugleich zogen sie in Helga Walters Eltern- und Großelternhaus, in dem sie geboren und aufgewachsen war. 1964 kam ihr erster Sohn, der jedoch vor einigen Jahren gestorben ist, und 1969 ihr zweiter Sohn zur Welt. Mittlerweile zählen insgesamt fünf Enkelkinder, davon drei im Haus oder in der Region lebend, und ein Urenkel zur Familie.

Einen weiteren wesentlichen Lebenseinschnitt wagten Helga und Reinhard Walter 2003, als sie ihr Haus im Erzgebirge verkauften sowie nach Unterwittighausen in das Haus ihres hier lebenden Sohnes und dessen Ehefrau zogen, um die beiden beim Aufziehen ihrer drei Kinder und bei weiteren Aufgaben zu unterstützen. „Wir mögen die hiesige Landschaft, weil sie ähnlich dem Erzgebirge ebenfalls hügelig ist“, erzählte das Paar.

Jagd als Passion

Eine frühere Passion sei die Jagd gewesen, dieses habe er jedoch nach dem Umzug vom Erzgebirge in die Main-Tauber-Region nicht mehr wieder aufgenommen, berichtete Reinhard Walter. „Familie, Haus und Garten“ nannte er nebst Rätsellösen als seitherige Hobbys. Neben „Familie, Haus und Garten“ bezeichnete Helga Walter zudem Lesen als eine ihrer bevorzugten Beschäftigungen.

Die Fränkischen Nachrichten schließen sich den zahlreichen Gratulanten an. pdw