Wittighausen

Am Karfreitag In vielen Pfarrgemeinden trafen sich gestern Gläubige zu Kreuzwegandachten und um den Kreuzweg, mancherorts in der freien Natur, zu gehen

Besonderer Ausdruck der Volksfrömmigkeit

Archivartikel

Fast in allen katholischen Kirchen findet sich ein Kreuzweg. Mancherorts, wie in Wittighausen, gibt es auch einen in der freien Natur.

Wittighausen. Der Kreuzweg erinnert an den Leidensweg Jesu Christi in Jerusalem und wird gerade in der Fastenzeit von Gläubigen gern begangen. Die Pfarrgemeinde Allerheiligen besitzt einen besonders schönen Kreuzweg beim Waldkäppele. In der Seelsorgeeinheit Grünsfeld-Wittighausen wurde als gemeinsame Aktion eine Kreuzwegandacht am gestrigen Karfreitag zur Einstimmung auf Ostern gestaltet. Rund 120 Personen nahmen teil.

Der Kreuzweg ist eine von vielen Besonderheiten der katholischen Volksfrömmigkeit. Wegkreuze und Kreuzzeichen gehören dazu, ebenso wie Segnungen und Weihen, Heiligenbilder und Rosenkranz, Weihrauch, Weihwasser und Prozessionen.

Der Kreuzweg hat eine lange Geschichte. Pilger sind in Jerusalem schon früh den Kreuzweg des Herrn nachgegangen. Ab dem 14. Jahrhundert waren es besonders die Franziskaner, die den Brauch pflegten. Die Zahl der sogenannten „Kreuzwegstationen“ war dabei unterschiedlich.

Bis Ende des 16. Jahrhunderts gab es zwölf solcher Haltepunkte. Einige Jahrzehnte danach, durch die Hinzufügung der Kreuzabnahme und Grablegung, 14 Stationen. In jüngerer Zeit gibt es Bestrebungen, den Kreuzweg durch eine 15. Station – die Auferstehung Jesu – sinnvoll zu ergänzen.

„Der Kreuzweg ist volkstümlicher Ausdruck, in Weggemeinschaft mit Jesus Christus zu gehen“, erklärte Schwester Annemarai. Die Gemeindereferentin unterstützte zusammen mit Priesteramtskandidat Daniel Wenzel die Erstkommunionkinder bei der Vorbereitung und Durchführung der Kreuzwegandacht. Das Kreuz nannte sie „ein Zeichen unserer Hoffnung, dass wir durch den Kreuzestod Jesu erlöst sind“.

„Der Kreuzweg Jesus berührt und durchkreuzt jedes Menschenleben“, erklärte Schwester Annemarai. Jeder Mensch habe die Freiheit, sich hineinnehmen zu lassen in Jesu Leiden und Kreuz. „Wir alle haben als Christen teil an seinem Leiden und Sterben, aber auch an seiner Auferstehung und an dem ewigen Leben bei Gott.“

Die gemeinsame Andacht an den Kreuzwegstationen nannte Schwester Annemarai einen gelungenen Impuls für die Seelsorgeeinheit. „Die Kinder machen vor, wie es ist, zusammenzuarbeiten.“ Positiv überrascht war sie von der großen Resonanz. Rund 120 Personen nahmen teil. Grundschulkinder und Großeltern: Alle Altersstufen waren vertreten. „Wenn ein ansprechendes Angebot vorhanden ist, wird es auch wahrgenommen“, freute sie sich. feu