Wittighausen

Zweckverband Abwasserbeseitigung Wittigbach Jahresrechnung 2017 und Haushalt 2019 beschlossen

Schuldenstand um über 6000 Euro verringert

Unter Vorsitz von Bürgermeister Marcus Wessels traf sich die Versammlung des Zweckverbands Abwasserbeseitigung Wittigbach zu ihrer öffentlichen Jahressitzung im Rathaus in Unterwittighausen.

Unterwittighausen. Hierbei wurden die Feststellung der Jahresrechnung 2017 und der Haushaltsplan nebst Satzung für 2019 bewilligt. Dem 1985 gegründeten kommunal- und länderübergreifenden Zweckverband gehören die Gemeinden Wittighausen auf baden-württembergischer sowie Kirchheim, Geroldhausen inklusive Ortsteil Moos und der Giebelstädter Ortsteil Sulzdorf auf bayerischer Seite an.

Gesamthaushalt erhöht sich

Der Gesamthaushalt 2017 schließt mit rund 282 300 Euro ab und erhöht sich dadurch um 22 900 Euro gegenüber dem Planungsansatz. Der Mehrbedarf wurde zur Finanzierung der neuen Phosphatfällungsanlage in der in der Verbandskläranlage auf Gemarkung Unterwittighausen erforderlich. Der Verwaltungshaushalt umfasste fast 253 000 Euro und verminderte sich um über 3800 Euro gegenüber den ursprünglich kalkulierten 256 800 Euro. Der Vermögenshaushalt schloss mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von fast genau 29 300 Euro ab und erhöhte sich gegenüber dem Ansatz um rund 26 700 Euro.

Einsparungen erzielt

Nennenswerte Einsparungen ergaben sich bei den Personalausgaben (minus 7430 Euro auf 71 300 Euro) und bei den Anschaffungskosten für Gerätschaften (minus 6500 Euro auf 9500 Euro).

Dagegen erhöhte sich der Betriebsaufwand um über 5 900 Euro auf 107 900 Euro, wobei hier etwa 50 Prozent auf die Klärschlammentsorgung entfielen.

Der Vermögenshaushalt schloss mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von je 29 300 Euro ab und erhöhte sich gegenüber dem Ansatz um etwa 26 700 Euro, da für die Fertigstellung der Phosphatfällungsanlage außerplanmäßige Mittel in dieser Höhe aufgewendet werden mussten.

Zusammen mit den 2018 abgerechneten Schlussrechnungen belief sich der Gesamtaufwand für die Anlage auf fast 98 600 Euro. Die Finanzierung erfolgte über ein aufgenommenes Darlehen mit 80 000 Euro und eine Zuwendung des Landes Baden-Württemberg von über 19 400 Euro.

Durch die anlagenbedingte Reduzierung der abgabenwirksamen Phosphatwerte um mehr als 20 Prozent wurde eine Verrechnungsmöglichkeit der Investitionskosten mit der Abwasserabgabe in Anspruch genommen, woraus Einnahmen von etwa 35 000 Euro zu erwarten sind. Der Schuldenstand von etwa 100 400 Euro zu Beginn des Rechnungsjahres 2017 wurde durch Tilgungen bis zum Jahresende auf etwas unter 97 900 Euro verringert, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 18,11 Euro entspricht.

Erhöhung notwendig

Für 2019 werden im Verwaltungshaushalt Einnahmen und Ausgaben von jeweils 354 000 Euro festgesetzt. Damit erhöhen sie sich gegenüber dem Vorjahr um über 85 300 Euro. Die Steigerung ist zum einen auf den Austausch der Räumschilder im Nachklärbecken zurückzuführen, die nach 22-jähriger Betriebszeit erhebliche Verschleißerscheinungen zeigen.

Mitsamt Kosten für einen Kran sowie für die Entleerung und Reinigung des Beckens sind für eine Erneuerung der Räumschilder Mittel in Höhe von 30 000 Euro eingeplant. Diesbezüglich beschloss die Zweckverbandsversammlung ebenfalls einstimmig die Anschaffung neuer Räumschilder zum Angebotspreis von rund 25 300 Euro an ein Unternehmen aus Höpfingen.

Strom aus Photovoltaik

Zum zweiten ist für die Erstellung einer Schmutzfrachtberechnung für den Zweckverband ein Haushaltsansatz in Höhe von 50 000 Euro enthalten. Positiv macht sich bei den Betriebsausgaben der selbsterzeugte Strom der Photovoltaikanlage bemerkbar, ohne die der Aufwand um etwa 3000 Euro höher kalkuliert werden müsste. Der Vermögenshaushalt enthält Einnahmen und Ausgaben von je fast 7700 Euro. Die Finanzierung der Ausgaben des Verwaltungshaushalts erfolgt über die Betriebskostenumlage in Höhe von 310 000 Euro, die gegenüber dem Vorjahr um 50 000 Euro steigt. Daneben kann im Planjahr mit der Rückzahlung der Abwasserabgabe in Höhe von 33 .000 Euro gerechnet werden.

Der Darlehensstand beträgt zu Beginn des Planjahres etwa 175 300 Euro und wird durch Tilgungen in Höhe von 4900 Euro am Jahresende bei rund 70 400 Euro liegen. Bei 5394 angeschlossenen Einwohnern entspricht dies einer Pro-Kopf-Verschuldung von 31,59 Euro.

Von den Behörden gefordert

Vor Beratung des Haushaltsplans erläuterte Kirchheims Bürgermeister Björn Jungbauer, dass von den bayerischen Genehmigungsbehörden bei wasserrechtlichen Genehmigungen künftig eine Schmutzfrachtberechnung gefordert werde, die den gesamten Einzugsbereich der zu genehmigenden Anlage und die Entwässerungssituation bis zur angeschlossenen Kläranlage enthalten müsse.

Die Kosten für die notwendige Datenerhebung werden auf etwa 50 000 Euro geschätzt. Kosten für gemeindeeigene Anlagen, die in diese Berechnung einfließen, seien von den jeweiligen Kommunen separat zu tragen. Bürgermeister Wessels erklärte, dass auch auf Baden-Württemberger Seite bei künftigen Genehmigungen diese Schmutzfrachtberechnung benötigt werde. Die Verbandsversammlung war sich ohne Beschluss einig, diese Kosten in die Haushaltsplanungen 2019 einfließen zu lassen.