Wittighausen

Benefizkonzert Projektchor ViaVicis begeisterte sein Publikum in der Pfarrkirche Allerheiligen in Unterwittighausen / Stimmungsvolles Musikprogramm

Spaziergang durch fünf Jahrhunderte

Ein sehr stimmungsvolles und stilvolles Benefizkonzert präsentierte der Projektchor ViaVicis in der katholischen Pfarrkirche Allerheiligen in Unterwittighausen.

Unterwittighausen. ViaVicis ist ein im Herbst 2012 gegründeter Projektchor mit speziell hohen musikalischen Ansprüchen. Die rund 30 Sänger aus der Region Würzburg, Marktheidenfeld, Lohr und Aschaffenburg singen regelmäßig in örtlichen Gesangsvereinen. „ViaVicis ist für uns die Gelegenheit, an unsere Grenzen zu stoßen und auch außergewöhnliche Chorwerke kennen zu lernen“, lautet ein wesentliches Motiv der Mitglieder des Projektchors, der jährlich im Frühjahr und im Herbst Hauptprobenphasen mit jeweils zwei bis drei Konzerten absolviert.

Geleitet wird das Ensemble von Hubert Hoche, der unter anderem an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar Komposition und Chordirigieren studierte. Neben vielen weiteren Auszeichnungen war Hoche Preisträger des Wettbewerbs „Jugend komponiert“ auf Schloss Weikersheim.

Die Konzerte des Projektchors finden fast ausschließlich zu Benefizzwecken statt. So trat ViaVici zum Beispiel zu Gunsten von Kindergärten, Kirchensanierungen sowie des Vereins Lebenshilfe Marktheidenfeld und der Flüchtlingshilfe auf. Der Erlös des Konzerts in Unterwittighausen komme dem Kulturverein Wittighausen zur Restaurierung von Bildstöcken und anderen Kleindenkmälern zu Gute, berichtete Eugen Hönninger in seiner Begrüßung des Chors und der zahlreichen Zuhörer.

Bei der Benefizsoiree in Unterwittighausen führte ein musikalischer Spaziergang durch fünf Jahrhunderte bis hin in die Neuzeit. Stimmungsvoller und zugleich besinnlicher Auftakt war Johannes Brahms Motette „Warum ist das Licht gegeben den Mühseligen“, gefolgt von Bob Chilcotts „God so loved the world“, „O gracious light“ von „Howard Helvey und „The winter’s night“ des ebenfalls zeitgenössischen Komponisten Nicholas Myers im ersten Konzertteil, der unter dem Motto „Mensch und Gott“ stand.

„Mensch, Liebe und Natur“

Im zweiten Teil mit dem Titel „Mensch, Liebe und Natur“ gab der Chor drei von insgesamt fünf Frühlingskantaten von Felix Mendelssohn-Bartholdy zum Besten.

Zudem zählten unter anderem der Frauenchoral „Songbird“ von Sarah Quartels“, einer jungen Komponistin und Ärztin aus Kanada und in Hawaii, die Renaissance-Madrigale „Now is the month of maying“ des englischen Komponisten, Musikwissenschaftlers und Organisten Thomas Morley, sowie zum Abschluss „Il est bel et bon“ des französischen Tenors und Komponisten der Renaissance, Pierre Passerau, zu dem vielfältigen Programm, das von Sabine Kohlhepp charmant, unterhaltsam und informativ moderiert wurde.

Die zahlreichen Zuhörer in der gut besuchten Allerheiligen-Kirche in Unterwittighausen bekamen eine hochklassige Konzertsoiree serviert, bei der der Chor die sehr anspruchsvollen Werke musikalisch ebenso beeindruckend meisterte wie mit glänzender Dynamik, so dass insbesondere Anhänger hochwertiger Chormusik gänzlich auf ihre Kosten kamen.

Den stürmischen Schlussapplaus des Publikums hatten sich sowohl der Projektchor ViaVicis als auch dessen souverän und einfühlsam leitender Dirigent Hubert Hoche vollständig verdient.

Das Ensemble bedankte sich seinerseits mit einer Zugabe, bei der es Passeraus „Il est bel et bon“ erneut außerordentlich anspruchsvoll als auch begeisternd, sogar in doppeltem Tempomodus wiedergab.