Wittighausen

Bahnstrecke bei Wittighausen Bauablauf und Schienenersatzverkehr werden um eine Woche verlängert / Verzögerung im Projektverlauf

Tunnelvortrieb nun abgeschlossen

Die Erneuerung des Bahntunnels bei Wittighausen geht voran. Der Tunnelvortrieb ist abschlossen. Allerdings werden die Arbeiten um eine Woche verlängert.

Wittighausen. Nachdem die Deutschen Bahn den Tunnelvortrieb abgeschlossen hat, wird bei der Erneuerung des Bahntunnels in Wittighausen in der nächsten Bauphase die Betoninnenschale eingebaut.

Die seit Januar laufenden Arbeiten der Deutschen Bahn (DB) zur grundlegenden Erneuerung des Tunnels in Wittighausen auf der Strecke Lauda-Würzburg erreichen eine neue Bauphase. „Seit Anfang des Jahres haben wir den Tunnelquerschnitt in bergmännischer Bauweise aufgeweitet. Diese Bauphase haben wir vor kurzem erfolgreich abgeschlossen, so dass nun die Betoninnenschale eingebaut werden kann“, berichteten Elisabeth Obiero, Projektleiterin der Deutschen Bahn (DB), und DB-Sprecher Werner Graf im Beisein von Bürgermeister Marcus Wessels bei einem Pressegespräch vor Ort.

Durch die Verjüngung und Aufweitung des 138 Meter langen Bauwerks, die Investitionskosten in Höhe von etwa 20 Millionen Euro erfordern, wird nach heutigem bahntechnischen Bedarf das Regelprofil für Bahntunnel hergestellt sowie der Gleisabstand von bisher 3,55 Metern auf vier Meter vergrößert.

Schienenersatzverkehr

Während der Tunnelarbeiten ist die Bahnstrecke zwischen Lauda und Kirchheim (Unterfranken) gesperrt. Für die ausfallenden Züge ist seit Anfang Januar ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. „Unser Ziel ist für die gesamte Bauzeit ein stabiler Bauablauf und für die Fahrgäste ein verlässlicher Fahrplan“, betonte Obiero.

Wegen Verzögerungen im bisherigen Projektverlauf könne die ursprünglich für Montag, 19. August, vorgesehene Inbetriebnahme des Tunnels und Wiederaufnahme des Bahnverkehrs auf dieser Strecke nach heutigen Erkenntnissen allerdings nicht sichergestellt werden. Sondern die Bauzeit an dem Tunnel und damit einhergehend der Schienenersatzverkehr verlängere sich um einige Wochen bis voraussichtlich Mitte September. „Über die genaue Dauer der Baumaßnahmen werden wir zeitnah unter Berücksichtigung der nächsten Bauabläufe informieren“, erklärten Obiero und Graf.

Nachdem ab Oktober die Vorbereitungen für die Baustelle erfolgten, wurden ab Januar im ersten Bauabschnitt der Oberbau und die beiden Tunnelportale zurückgebaut. Anschließend begann ab Februar die Aufweitung des Röhrenquerschnitts. Derzeit werden eine neue Betoninnenschale eingebaut und seitliche Betonstützbauwerke in den Voreinschnitten des Tunnels fertiggestellt. Die neue Innenschale bietet einen größeren Schutz vor Wassereintritt und Verwitterung.

Zudem werden voraussichtlich bis September unter anderem die beiden neuen Eingangsportale erstellt, die Betonstützbauwerke unmittelbar in den Voreinschnitten zu den Tunneleingängen mit erneuert, die Gleise neu verlegt sowie die Leitungsmasten aufgebaut und die Elektrifizierung des Streckenabschnitts wieder hergestellt.

Bei der Erneuerung und Aufweitung des 138 Meter langen sowie ursprünglich von 1856 und 1866 errichteten Bahntunnels im bergmännischen Vortrieb seien 2580 Tonnen Ausbruch angefallen. Zudem seien etwa 5000 Tonnen Schotter bewegt worden.

Wie Graf mitteilte, werde ein Großteil des Schotters nach einem „Upcycling“ ebenso wieder verwendet und eingebaut wie die derzeit entfernten Gleisschienen. Die neue wasserabweisende Betoninnenschale, deren Einbau jüngst begonnen worden sei, werde rund 40 Zentimeter dick sein. Um die Verkehrsbelastungen für die Anwohner möglichst gering zu halten, wurden zur Reduzierung der Lärm- und Staubbelastungen gegenüber den benachbarten Siedlungsbereichen vom Bauunternehmen Schutzwände aus dicht gepressten Strohballen aufgebaut.

„Ein bei Bahnbaustellen bislang wohl einzigartiges Verfahren, das sich sehr gut bewährt hat und vielleicht für zukünftige Bauvorhaben der Bahn exemplarisch ist“, berichteten Obiero und Graf. Selbst in der Zeit des Tunnelvortriebs von Februar bis Ende April rund um die Uhr habe es seitens der Anwohner so gut wie keine Klagen gegeben. „Es war und ist ein sehr gutes, respektvolles und freundliches Miteinander“, hob die Projektleiterin erfreut hervor, die zugleich den Anliegern für deren Verständnis dankte.

Nach Wiederaufnahme des Zugverkehrs werden bis Dezember noch einige Restarbeiten wie der Rückbau von Baustelleneinrichtungsflächen und die Durchführung von Ausgleichsarbeiten durchgeführt, von denen der Schienenverkehr jedoch nicht mehr betroffen sei.

Am Donnerstagabend informierten Obiero und weitere Bahnvertreter die Bürger in der Grundschule Unterwittighausen über den Stand der laufenden Tunnelbauarbeiten. Dabei monierten einzelne Anlieger, dass immer wieder einige LKW-Fahrer die weitgehenden Sperrungen der benachbarten Wohnstraßen ignorieren würden, obwohl extra eine ringförmige Baustraßenregelung im Einbahnsystem zur Entlastung der Siedlungsgebiete geschaffen worden sei.

„Die Deutsche Bahn ist bemüht, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten“, warb Obiero für Verständnis. Bürgermeister Marcus Wessels bekräftigte seine Hoffnung, dass durch die Erneuerung des Tunnels ein „Nadelöhr“ beseitigt und künftig ein verdichtetr Zugtakt zwischen Lauda, Wittighausen und Würzburg eingeführt werde.