Wittighausen

Laientheater KLJB präsentiert das Lustspiel „Die unglaubliche Geschichte vom gestohlenen Stinkerkäs“

Verwirrung um eine durchzechte Nacht

Archivartikel

„Die unglaubliche Geschichte vom gestohlenen Stinkerkäs“ lautet der Titel einer Komödie, die von der Theatergruppe der Katholischen Landjugend Bewegung in der Kulturscheune präsentiert wird.

Vilchband. Es ist kein Morgen wie jeder andere, als der Schreinermeister Sepp Hämmerle (gespielt von Andreas Kraus), der immer wieder mal recht gerne tiefer ins Glas schaut, in seiner Werkstatt erwacht. Was ist letzte Nacht passiert? Diese Frage müssen sich der Schreiner Sepp und dessen Sohn Frank (Louis Kraus), der als Schlitzohr für alles Ausreden findet und das Lockere liebt, am Morgen nach einer dann reichlich „feuchten“ Jahresabschlussübung der Feuerwehr stellen.

Auch Sepps bester Freund, der Dorfpolizist Siegmund Eiferling, (Steffen Mark), der ebenfalls mit dabei war und zu viel getrunken hatte, kann den Ablauf und die Geschehnisse des Abends nicht mehr nachvollziehen. Sepp findet in eine Leiter mit einer abgebrochenen Sprosse und vermisst seinen Geldbeutel. Sein Sohn Frank hat einen kaputten Fensterladen mit nach Hause gebracht. Der Dorfpolizist hat Kopfverletzungen, hat seine Schnupftabakdose verloren und die offensichtlich vertauschte Hose von seinem „Spezl“ Sepp an.

Zudem gibt die alte Pfarrhaushälterin Eugenie Schlotterbeck (Rabea Kraus) vor, dass Siegmund, der sich als Dorfpolizist mit Leib und Seele in seiner Selbstüberzeugung oft wichtiger nimmt, als er wirklich ist, auf Verbrecherjagd gewesen sei, da der Stinkerkäs vom Fenstersims ihres Schlafzimmers gestohlen wurde, den die Haushälterin dem Pfarrer nach dessen Rückkehr aus seinem Urlaub kredenzen wollte. Daraufhin versuchen die drei Männer, Erinnerungen der letzten Nacht in ihr Gedächtnis zu rufen.

Brenzlig wird es vor allem, als Feuerwehr-Kommandant Hugo Häberle (Mario Zipf), der seine beiden Zwillingstöchter hütet wie seinen Augapfel, auftaucht und angibt, den verlorenen Geldbeutel und die Schnupftabakdose im Zimmer seiner Tochter Evi (Rosa Englert) gefunden zu haben. Die hübsche, intelligente und mit allen Wassern gewaschene Evi, eine von zwei Zwillingsschwestern und Franks Freundin, nutzt die allgemeine Verwirrung, um die nächtlichen Geschehnisse genüsslich aus und bringt die anscheinend gedächtnislosen Männer arg in Bedrängnis.

Sepps Frau Pauline (Julia Zipf), die sehr energisch die Zügel fest im Griff hat, Klara Eiferling (Nicole Neckermann), herrschsüchtige, rabiate und teilweise hysterische Ehegattin des Dorfpolizisten Siegmund, sowie Evis Zwillingsschwester Tina (Christin Kuhn) sind weitere Akteure im lustigen Stück „Die unglaubliche Geschichte des gestohlenen Stinkerkäs’“.

In lokaler Mundart

Von der KLJB-Theatergruppe Vilchband um Bernd Gombold wurde die Komödie, deren drei Akte sich alle in der Werkstatt des Schreinermeisters abspielen, mit viel Einfallsreichtum und in lokaler Mundart unter der Regie von Julia Zipf inszeniert, so dass reihenweise in vielen Szenen gelacht werden kann und Freunde von komödiantischen Laientheateraufführungen voll auf ihre Kosten kommen.

Die 1978 durch Pater Beda gegründete KLJB Vilchband kam zwei Jahre später auf die Idee, mit dem Theaterspiel eine alte Tradition wieder aufleben zu lassen. Nachdem im damaligen Gasthaus „Zur Linde“ von einer Zimmerei wieder eine Bühne erstellt worden war, konnte Mitte April 1981 vor großem Publikum in einer Kinderaufführung das Stück „Der Lätschi und seine zwoa Spezi“ oder „Die drei Dorfapostel“ aufgeführt werden. Aufgrund des großen Erfolges wurde gleich im Dezember ein weiteres Stück aufgeführt.

Ein besonderer Einschnitt fand 1989 statt, als das Gasthaus „Zur Linde“, in dem die Jahre hindurch gespielt wurde, seine Pforten schloss. Da entschied man sich mit der Maschinenhalle von der Familie Kemmer für ein großes Abenteuer. Mit Planen und Abhängen der Decke wurde die für das Theaterspiel zu große Halle verkleinert, zudem wurden die Aufführungen auf die Osterzeit verlegt. Mit „Die Bockkur“ präsentierte die KLJB zum ersten Mal ein Stück in der „Theaterhalle“. Seither finden die Darbietungen jeweils im Frühjahr statt.