Wittighausen

Sigismund-Kapelle Sommerkonzert mit dem Flötenensemble „i flauti dolci“ und dem Gitarrenquartett „Saitenspiel“

Vituoser und stimmungsvoller Abend

Archivartikel

Oberwittighausen.Ein sowohl sehr stimmungsvolles als auch künstlerisch beeindruckendes Sommerkonzert präsentierte in der gut besuchten Sigismund-Kapelle in Oberwittighausen das katholische Bezirkskantorat.

Nach einem Konzert in der Achatius-Kapelle in Grünsfeldhausen mit dem Gesangsensemble „Vierklang“ aus Tauberbischofsheim war die Soirée in der Sigismund-Kapelle die zweite Veranstaltung in diesem Sommer des Bezirkskantorats Tauberbischofsheim in romanischen Kapellen. Beide Gotteshäusen sind architektonisch, spirituell und akustisch herausragende Orte, die das Bezirkskantorat mit kulturellem Leben neu erfüllen möchte.

Ausführende bei dem besonderen Kulturakzent in der romanischen Sigismund-Kapelle waren im Wechsel das Flötenensemble „i flauti dolci“ aus Tauberbischofsheim unter Leitung von Bezirkskantor Michael Meuser und das Gitarrenquartett „Saitenspiel“, geleitet von Musiklehrer Jochen Kaiser, sowie Meuser als Gesangssolist. Auf dem Programm der Sommersoirée mit Instrumentalmusik nebst Gesang standen Werke von Komponisten des 16. und 20. Jahrhunderts.

Beide Ensembles haben sich im Landkreis seit einigen Jahren einen Namen erspielt, da sie qualitativ hochwertige Musik machen und das Publikum mit Vielfältigkeit des Ensemblespiels erfreuen. Das fünfköpfige Flötenensemble „i flauti dolci“ mit Irene Schneider, Marianne Lienich-Proeßner, Stefanie Heiden sowie Brigitta und Michael Meuser gab neben anderen Konzertauftritten bereits im Juli in der Sigismund-Kapelle ein musikalisches Gastspiel. Seit rund drei Jahren bilden Jochen Kaiser, Lehrer an der Schule für Musik und Tanz im Mittleren Taubertal, gemeinsam mit den ehemaligen Schülern Verena Kossowski, Achim Schweizer und Jonas Stasch das Gitarrenquartett „Saitenspiel“. Zudem bewiesen die vier Gitarristen ihr Können mehrmals beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“.

Den Auftakt gestaltete „i flauti dolci“ mit William Byrds „Although the heathen poets“, gefolgt von Paul Peuerls „O Musica“ und „Die Musik allein“ des neuzeitlichen Komponisten Heinz Lau. „Saitensprünge“ präsentierte die fünfsätzigen „Irish Dreams“ des ebenfalls zeitgenössischen Komponisten Bruno Szordikowski.

Zurück in das 16. Jahrhundert führte das Flötenensemble die zahlreichen Zuhörer beispielsweise mit „Amor pace non chero“ von Carlo Gesualdo di Venosa, während bei dem Gitarrenquartett anschließend erneut Werke moderner Musikschaffender im Mittelpunkt standen wie Edoarda Perosinos „Block“ und Guy Bergerons „Hymne aux forêts“. Den letzten Konzertabschnitt bildete wiederum „i flauti dolci“ unter anderem mit Giovanni Maria Naninos „Amor mi fa morire“ und als Schlusspunkt mit „All at once we met“ von Thomas Weelkes.

Sowohl dem Gitarrenquartett „Saitenspiel“ als auch dem Flötenensemble „i flauti dolci“ nebst Michael Meuser gelang es vorzüglich, mit ihrer instrumentalen Virtuosität und gesanglicher Stimmdynamik sowie einer harmonisch gelungenen Repertoireauswahl einen sehr stimmungsvollen und hochwertigen Musikgenuss zu bieten. Zum einen erweckten die vier „Saitenspieler“ ihre Instrumente gefühlvoll zum Leben und entführten das Publikum in eine verzaubernde Welt der Gitarrenmusik. Zum zweiten zeigte das Ensemble „i flauti dolci“ mit leidenschaftlichem Musikschwung, tonaler Treffsicherheit und technischer Fertigkeit, dass Flöten gleichsam vollwertige Konzertinstrumente sein können. Dies bewies der reichliche Applaus, den sich sämtliche Akteure bei diesem hochklassigen Sommerabendkonzert in der Oberwittighausener Sigismund-Kapelle vollkommen verdient hatten.

Am Mittwoch, 1. August findet um 21 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche in Gerlachsheim ein Nachtkonzert mit Dozenten des Lehrgangs für nebenberufliche Kirchenmusiker statt. pdw