Würzburg

Hauptbahnhof Neue Personenunterführung wurden gestern rechtzeitig zur Landesgartenschau eröffnet

Barrierefreier Zugang zu Bahnsteigen

Archivartikel

Würzburg.Die Freude und die Erleichterung waren groß: Die Bahnsteige am Würzburger Hauptbahnhof sind nun barrierefrei zu erreichen. Zumindest vier davon. Bei der offiziellen Eröffnung am gestrigen Montag waren alle Beteiligten voll des Lobes über diesen Meilenstein – rechtzeitig zur Landesgartenschau.

Ob mit Rollstuhl, Kinderwagen oder mit schweren Koffern: Bahnreisende in Würzburg mussten bisher Treppen überwinden. Das ist nun vorbei. An vier Gleisen stehen seit gestern Aufzüge zur Verfügung, um problemlos von der Personenunterführung auf die Plattform zu gelangen. Und das rechtzeitig zur Landesgartenschau, die am Donnerstag ihre Pforten eröffnet.

Es war ein großer Bahnhof zur Eröffnung der neuen Personenunterführung mit zahlreichen geladenen Gästen, darunter auch einige Landespolitiker und Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer. Von einem „gelungenen Projekt für einen der bedeutendsten Bahnhöfe Bayerns“ sprach Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für den Freistaat Bayern. Die seit Herbst 2013 geführte Diskussion und der Runde Tisch unter der Leitung von Innenstaatssekretär Gerhard Eck haben sich gelohnt. Zu verdanken sei dies auch der Hartnäckigkeit von Landtagspräsidentin Barbara Stamm.

Umbau bei laufendem Betrieb

Sukzessive wurden ab Oktober 2015 die Bahngleise erneuert und damit Erleichterungen für die Pendler und Reisenden geschaffen. Die neue Personenunterführung, hell, freundlich und mit Tageslicht, ist für ihn ein Meilenstein. „Und das alles unter dem rollenden Rad“, machte Josel die Herausforderungen deutlich. Die alte Unterführung soll noch bis September erhalten bleiben und dann zurückgebaut werden.

Die Fertigstellung der Umbaumaßnahmen ist laut Josel für Mitte 2021 vorgesehen. Dann sollen alle Bahnsteige über Aufzüge barrierefrei zu erreichen sein. Beleuchtung, Beschallungs- und Fahrgastinformationsanlagen, ein taktiles Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte sowie die Errichtung eines neuen Wegeleitsystems sind dann ebenfalls umgesetzt.

Die Kosten von 61 Millionen Euro für den Ausbau haben sich Bahn, Land und Bund geteilt, „gut investiertes Geld“, so Josel.

Das sah auch Landtagspräsidentin Barbara Stamm so. „Wir sollen die Gelder dort ausgeben, wo sie den Menschen wieder zugutekommen“, betonte die geborene Bad Mergentheimerin den „besonderen Tag“ für Würzburg. Und froh war die CSU-Politikerin, dass es rechtzeitig zur Landesgartenschau geklappt hat.

Was wohl auch durch ihren „Druck im Kessel“ hin umgesetzt worden ist, wie Oberbürgermeister Christian Schuchardt verdeutlichte. Die vorgesehene Verschiebung von zwei Jahren durch die Bahn wollte Stamm nicht akzeptieren. „Eine Landesgartenschau ohne einen barrierefreien Bahnhof wäre nicht vermittelbar gewesen“, so der OB. Für ihn war klar: Die Stadt habe eine hohe verkehrliche Bedeutung, nicht nur für Unterfranken. Viel vorgenommen hat man sich vonseiten der Stadt rund um den Bahnhof mit dem Bau eines neuen Parkhauses, den Planungen des Posthallenareals zu Wohnungen und der neuen Multifunktionsarena für die Regiopole.

„Eine Selbstverständlichkeit“

Bei täglich 35 000 Ein- und Ausstiegen an diesem zentralen Verkehrsknotenpunkt durch Pendler und Reisende sah der bayerische Innenstaatssekretär Gerhard Eck es als „Selbstverständlichkeit und Verpflichtung“ an, den Bahnhof barrierefrei zu gestalten. Für diesen „Meilenstein“ habe man flexible und wegweisende Lösungen umgesetzt. Wie alle Redner unterstrich er die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten am Runden Tisch, die an einem Strang gezogen und nach konstruktiven Lösungen gesucht haben.

Die Reisende wird es freuen, die neue Unterführung und die Barrierefreiheit zu nutzen. Und für die Radmitnahme wird die Bahn auch noch eine Lösung finden, wünschte sich Stamm.