Würzburg

Africa Festival Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt am morgigen Donnerstag um 17 Uhr zur Eröffnung auf die Mainwiesen nach Würzburg

Das Staatsoberhaupt gibt sich die Ehre

Archivartikel

Würzburg.Das 30. Würzburger Africa Festival wird morgen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet. Um zirka 17 Uhr soll das deutsche Staatsoberhaupt auf den Mainwiesen eintreffen. Wegen der großen Nachfrage werden seine Rede und auch seine Podiumsdiskussion mit Sona Jobarteh über eine LED-Wand nach außen übertragen.

Im Pressezelt auf dem Festivalgelände ist es heiß, als Stefan Oschmann zum letzten Mal vor dem großen Ereignis die Medien zusammentrommelt. Draußen fahren Gabelstapler umher, es wird überall noch fleißig gewerkelt.

Ersatz aus dem Ärmel gezaubert

Oschmann, seines Zeichens Festivalleiter, wirkt trotz Hitze und baldigen hohen Besuchs unglaublich cool. Auch die Tatsache, dass der erste Showact am Donnerstag, Sidiki Diabaté, kurzfristig abgesagt hat, scheint ihm keine Schweißperlen auf die Stirn zu treiben. Als ob er sie einfach so aus dem Ärmel gezaubert habe, verkündet er statt dem neuen Star der afrikanischen Urban-Music-Szene „Adesa“ als Ersatz – eine Band, die Afro-Groove mit Akrobatik verbindet. „13 Leute werden da auf der Bühne stehen“, sagt er und verspricht eine „riesengroße, spannende Show“.

Neben dem Bundespräsidenten wird morgen noch eine weitere „Hoheit“ nach Würzburg eilen: Die neue fränkische Weinkönigin Klara Zehnder eröffnet nämlich zusammen mit Besitzern südafrikanischer Weingüter um 15 Uhr das Weindorf.

Die ersten hundert Besucher bekommen am morgigen Donnerstag eine „Africa Festival“-Tasche geschenkt, verspricht Stefan Oschmann und weist gleichzeitig darauf hin, dass die Öffnung des Festivalgeländes an allen Tagen um 11 Uhr erfolgt.

Der technische Leiter David Limmer plaudert genauso unaufgeregt wie zuvor Stefan Oschmann ein bisschen aus dem Nähkästchen und hat dazu viele Zahlen parat: Zwei Wochen vor dem Festival beginnt der Aufbau auf den sechs Hektar großen und fast ein Kilometer langen Mainwiesen, eine Woche nimmt der Abbau in Anspruch.

Die Bühnen auf dem Gelände messen insgesamt 360 Quadratmeter. Die Zäune um das Gelände sind insgesamt 2,5 Kilometer lang. 36 Zapfhähne werden außerdem angeschlossen, um die durstigen Kehlen zu versorgen. Stefan Oschmann erwartet an den vier Festivaltagen rund 80 000 Besucher und gutes Wetter: „Zwischendurch wird man ein bisschen schwitzen, aber es gibt ja was zu trinken“, meint er und lacht verschmitzt.

Zum runden Geburtstag werden Publikumslieblinge wie Fatoumata Diawara aus Mali und Manu Dibango aus Kamerun den Auftakt am Donnerstagabend bestreiten. Dibango, mittlerweile fitte 83 Jahre alt, hat auch die Schirmherrschaft des Festivals übernommen. Weitere Top Acts sind Lokua Kanza aus dem Kongo und Angélique Kidjo (beide treten am Freitagabend auf), sowie Habib Koité & Bamada und Hot Water (Samstagabend). Am Sonntagabend gastieren Sona Jobarteh und Alpha Blondy.

Mit dem Präsidenten in Afrika

Die morgige Podiumsdiskussion des Bundespräsidenten mit Sona Jobarteh dreht sich um das Thema „Perspektive in Afrika?!“. In ihrer Heimat Gambia hat die Künstlerin die „Amadu Bansang Jobarteh School of Music“ ins Leben gerufen. Stefan Oschmann durfte Frank-Walter Steinmeier bei seiner Afrika-Reise im Dezember 2017 begleiten und übergab Sona Jobarteh eine Spende in Höhe von 20 400 Euro. Vor zehn Jahren eröffnete Frank-Walter Steinmeier übrigens schon einmal das Africa Festival – damals als Außenminister. „Wenn Sie sich die Bilder anschauen“, sagt der coole Festivalleiter Stefan Oschmann im stickigen Pressezelt, „werden Sie feststellen, dass er sich überhaupt nicht verändert hat.“

Info: Weitere Infos, auch zum Rahmenprogramm, gibt es unter www.africafestival.org online.