Würzburg

40 Jahre BME Festakt des Regionalverbands auf der Marienburg / Ehrung langjähriger Mitarbeiter

„Der Einkauf wird sich dramatisch verändern“

Mit einer Feierstunde auf der Würzburger Marienburg beging der Regionalverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik sein 40-jähriges Bestehen.

Würzburg. Die Regionalgruppe Mainfranken im Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) wurde 1978 gegründet und feierte am Donnerstagabend in einem Festakt auf der Würzburger Marienburg ihr 40-jähriges Bestehen.

Die zahlreichen Gäste wurden vom Vorstandsvorsitzenden des BME-Regionalverbands Mainfranken, Oliver Palmert, Einkaufsleiter weltweit bei der Wittenstein SE in Harthausen, in seiner Eröffnungsrede begrüßt.

Ausgewogene Verteilung

Der Vorstand der Regionalgruppe setzt sich aus Vertretern großer global aufgestellter Unternehmen mit Sitz in der Region sowie Repräsentanten der Hochschule Würzburg/Schweinfurt und des regionalen Mittelstands zusammen, wie der Vorstandsvorsitzende in seiner Eröffnungsrede betonte. In der Flächenregion sei man stets bemüht, allen Mitgliedern den Zugang zu den unterschiedlichen BME-Veranstaltungen zu ermöglichen. Deshalb achte man bei der Programmplanung auf eine ausgewogene räumliche Verteilung in der Region.

Bei der Erstellung des Jahresprogramms werden sowohl die Themenwünsche der Mitglieder als auch aktuelle Trends berücksichtigt, denn: „Das Berufsbild des Einkäufers wandelt sich dramatisch. Megatrends wie Globalisierung und Digitalisierung fordern Einkauf, Logistik und Supply Chain Management heraus“, ist sich der Vorsitzende ganz sicher.

Die Top-Themen in den Gründungsjahren und danach waren unter anderem die Internationalisierung der Beschaffung, die Absicherung der Versorgungsketten, der Wandel des Einkäuferprofils zum Warengruppen- und Netzwerkmanager sowie die Einführung der elektronischen Datenverarbeitung.

Zu den gegenwärtigen Megatrends gehören die Nutzung der Internettechnologien und der Einsatz künstlicher Intelligenz in den Einkaufs- und Logistikprozessen.

All diese Themen wurden in zahlreichen Fachveranstaltungen mit den Mitgliedern diskutiert. Daran halte man auch in Zukunft fest, wie der Vorsitzende unterstrich. Um den Mitgliedern weiterhin ein kompetentes Netzwerk bieten zu können, bedarf es nach Palmerts Einschätzung eines engen Schulterschlusses mit den Forschungseinrichtungen und Hochschulen der Region.

Bei Zielsetzung und Vision für die Weiterentwicklung der Verbandsarbeit der nächsten Jahre orientiere sich der Regionalverband Mainfranken an der BME Strategie 2030.

Kooperation mit anderen Verbänden und der Ausbau der Mitgliederzahl seien für den Regionalvorstand die wesentlichen Handlungsfelder. Daher nutze man die Veranstaltungen, um mit den Mitgliedern und Interessenten in direkten Kontakt zu treten. Auf diese Weise erhalte der Vorstand wertvolle Hinweise für seine Arbeit, so der Vorsitzende weiter.

Blick auf die Entwicklung

In einem ausführlichen Rückblick streiften Palmert und seine beiden Vorstandskollegen Professor Dr. Karsten Machholz und Wolfgang Sulzer die zurückliegende und die aktuelle Entwicklung des BME-Regionalverbands Mainfranken, der sich in den letzten 40 Jahren auch schon in unruhigem Fahrwasser behaupten musste. Zwischenzeitlich ging die Mitgliederzahl auf knapp 40 zurück. Aktuell zählt der BME-Regionalverband Mainfranken über 139 Firmen und Einzelpersonen zu seinen Mitgliedern. Das Einzugsgebiet umfasst rund 7000 Quadratkilometer und erstreckt sich von der Rhön im Norden über den Spessart und den Main-Tauber-Kreis im Westen bis hin zu den Hassbergen und den Steigerwald im Osten. In den zehn Vorstandsdekaden fanden rund 200 Veranstaltungen, 20 Firmenbesichtigungen und mittlerweile sechs Young Professionell Foren statt.

Mittelfristig möchte der Verband auf 300 Mitglieder wachsen wie Palmert eines der ehrgeizigen Ziele umriss. Um dies zu erreichen, will man zum einen den noch wenig erschlossenen Sektor der öffentlichen Hand und des Gesundheitswesens verstärkt ansteuern und zum anderen die Möglichkeiten der digitalen Netzwerkgestaltung sowie die Kooperation mit Regionalgruppen diverser Industrie- und Fachverbände stärker forcieren.

Wichtige Info-Veranstaltungen

Schon die nächste Veranstaltung im September wird sich mit dem öffentlichen Vergaberecht auseinandersetzen. Eine Informationsveranstaltung, die der BME in Kooperation mit dem Bundeswirtschaftsministerium hier in der Region, zum Projekt „Koinno“-Kompetenzzentrum innovative Beschaffung im öffentlichen Dienst durchführen wird.

Die allgemeine Verbandsarbeit forciert im Wesentlichen die Netzwerkgestaltung der Einkäufer und Logistiker in der Region. Im Jahresprogrammen werden aktuelle Themenstellungen rund um Einkauf und Logistik behandelt aber auch darüberhinausgehende wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Fragestellungen und Trends werden thematisiert. Das Jahresprogramm gliedert sich in vier Vortragsveranstaltungen, einem Young Professional Forum und ein bis zwei Betriebsbesichtigungen.

Ehrungen

Vor dem sehr unterhaltsamen Festvortrag mit dem Titel „Mail halten“, in dem die Referentin Anitra Eggler eine völlig schmerzfreie „digitale Blitztherapie“ verabreichte und dabei Verhaltensweisen und Anschauungsunterricht für die „digitale Selbstverteidigung für Arbeitshelden und Alltagskrieger“ gab, wurden Horst Wiedmann für 25-jährige Mitgliedschaft mit der silbernen Ehrennadel und das Gründungsmitglied Wolfgang Sulzer vom Vorstandsvorsitzenden Oliver Palmert mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet.

Für die Assistentin des Vorsitzenden, Sabrina Beetz, gab es einen Blumenstrauß als Dankeschön „für die umsichtige Arbeit hinter den Kulissen“. pal