Würzburg

Bischofsweihe Dr. Franz Jung feierlich in sein Amt eingeführt / Nach dem Gottesdienst standen Abordnungen am Dom Spalier

Ein fröhliches Fest der Begegnung

Würzburg.Dr. Franz Jung (52 Jahre) ist seit Sonntagnachmittag Bischof von Würzburg. Bei einem festlichen Gottesdienst im Würzburger Kiliansdom vollzog die Weihe der Metropolit und Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick als Hauptkonsekrator (wir berichteten). „Freut Euch auf ihn! Er heißt nicht nur Jung, er ist auch jung und dynamisch, voller Hoffnung, wie sein Wappen sagt, und voller Energie“, rief der Erzbischof den Würzburgern zu. „Nehmt ihn offen auf und arbeitet gut mit ihm zusammen zur Ehre Gottes sowie zum Wohl und Heil der Menschen!“ Konkonsekratoren waren Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Bischof von Jungs Heimatbistum Speyer, und Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann, Jungs Amtsvorgänger. Im Anschluss an die Weihe nahm Jung das Kiliansbistum kirchenrechtlich in Besitz, indem er sich auf die Kathedra im Hochchor setzte.

Gleich an Würde

In seiner Predigt hob Erzbischof Schick hervor, dass in der Kirche alle Gläubigen „gleich an Würde, verschieden im Dienst und in den Ämtern“ seien. Die Bischöfe sollten alle inspirieren, moderieren und integrieren, damit alle zusammen die Kirche bilden. Sie seien Nachfolger der Apostel und von Jesus Christus selbst berufen. „Mit Jesus Christus sein, das ist Geschenk und Aufgabe.“ Dafür seien das persönliche Gebet, die Schriftlesung, das tägliche Gespräch mit Jesus Christus „wie mit einem Freund“, wesentlich. „Antisemitismus, populistische, respektlose, menschenverachtende Reden sind mit der Botschaft Jesu unvereinbar. Die Lehre der Apostel, damals wie heute, ist die Liebe zu Gott und zu jedem Nächsten“, hob der Erzbischof hervor. Derzeit sei es im Blick auf die Ehre Gottes und das Heil der Menschen eine große Aufgabe, bei größeren Strukturen und dem Mangel an Priestern und pastoralen Kräften die Gottesdienste und das Gebetsleben in der Diözese zu ordnen.

Nach der Predigt wurde mit dem Hymnus „Veni, creator Spiritus“ der Heilige Geist angerufen, da Gott der Handelnde im Weihegeschehen sei. Danach stellte Erzbischof Schick neun Fragen an den Weihekandidaten. Dieser versprach mit seinen Antworten, der Nachfolge der Apostel bis in den Tod treu zu bleiben, das Evangelium treu zu verkünden, das Lehramt der Kirche auszufüllen und zu bewahren, in der Einheit mit dem Papst und den Bischöfen der Kirche zu dienen und dem Papst gegenüber gehorsam zu sein. Weiter versprach Jung, in der Einheit mit den Priestern und Diakonen dem Volk Gottes zu dienen, sich um die Armen und Notleidenden sowie um die verlorenen Gläubigen zu sorgen und das immerwährende Gebet zu pflegen.

Bei der Litanei mit Anrufung der Heiligen lag Jung als Zeichen der Demut und der Verfügbarkeit ausgestreckt am Boden. Danach weihten ihn Erzbischof Schick, Bischof Wiesemann und Bischof em. Hofmann durch Handauflegung und Gebet zum Bischof. Anschließend salbte Erzbischof Schick das Haupt des Geweihten, überreichte das Evangelienbuch, steckte Bischof Jung den Ring an, überreichte das Brustkreuz und setzte ihm die Mitra auf. Ministranten brachten Ring und Mitra zur Weihe, Bischof Hofmann den Kiliansstab. Erzbischof Schick und die Bischöfe Wiesemann und Hofmann geleiteten den Geweihten anschließend in den Hochchor zur Kathedra, damit Bischof Jung offiziell sein Amt als 89. Bischof von Würzburg übernehmen konnte. Als dieser auf dem Bischofsstuhl saß, brandete lauter Applaus durch den Dom.

Im Anschluss umarmte Bischof Jung zuerst Bischof em. Scheele und Kardinal Friedrich Wetter, der ihn einst firmte. Danach spendeten Jung alle rund 30 anwesenden Bischöfe den Friedensgruß. Eine weitere Besonderheit erlebte die Festgemeinde zum Abschluss des gut dreistündigen Gottesdienstes: Segnend zog der neue Bischof mit Stab und Mitra erstmals durch den Kiliansdom, während die Gläubigen das große Loblied „Te deum – Großer Gott, wir loben dich“ sangen.

Abordnungen

Mit einem anspruchsvollen musikalischen Programm untermalte die Würzburger Dommusik unter Leitung von Domkapellmeister Christian Schmid und Domkantor Alexander Rüth die Eucharistiefeier. Nach der Eucharistiefeier, persönlichen Dankesworten des neuen Bischofs dem Schlusssegen und den Grußworten zog Bischof Jung aus dem Kiliansdom aus. Bischöfe, Priester und Diakone sowie mehr als 30 Fahnenabordnungen standen Spalier vor dem Dom und säumten seinen Weg zur Kilianskrypta im Neumünster. Unter dem vollen Geläut von Dom und Neumünster zogen der Bischof und die Konzelebranten in das Burkardushaus.

Dort ging die Feier der Amtseinführung des 89. Bischofs von Würzburg in ein fröhliches Fest der Begegnung über, das sich bis in die Abendstunden auf dem Kiliansplatz zwischen Dom und Neumünster fortsetzte. pow