Würzburg

Universität Würzburg Mit Festakt und vielen Ehrengästen das neue Gebäude der Graduate School of Life Sciences auf dem Hubland-Campus eingeweiht

Ein Leuchtturm mit großer Strahlkraft

Würzburg.Gut zwei Jahre Bauzeit und Kosten von rund sechs Millionen Euro: Das sind die Rahmendaten des Neubaus für die Graduate School of Life Sciences (GSLS), den die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) am Dienstag feierlich eingeweiht hat.

Die Graduiertenschule ist eine Einrichtung, die seit 2006 Nachwuchskräfte in den Lebenswissenschaften gezielt fördert. In ihr werden zurzeit über 600 Doktorandinnen und Doktoranden aus mehr als 250 Arbeitsgruppen der Biologie, Medizin, Chemie, Pharmazie, Physik und Psychologie betreut. Über ein Drittel davon kommt aus dem Ausland – die hohe Internationalität war von Anfang an ein besonderes Merkmal der Graduiertenschule.

Durch innovative Konzepte und Programme, die mittlerweile auch Masterstudierende und Postdocs einbeziehen, kommt der GSLS ein Vorzeige-Charakter für die Nachwuchsförderung zu. Sie gehört zu den großen, international und interdisziplinär ausgerichteten Graduiertenschulen in Deutschland.

Der Neubau

Im Neubau stehen den Promovierenden und Beschäftigten der GSLS unter anderem ein großer Vortragssaal, Seminarräume, ein Bibliotheks- und Lesebereich und Büros zur Verfügung – auf einer Hauptnutzfläche von rund 1200 Quadratmetern, verteilt auf drei Geschosse. Die Promovierenden sollen hier in Ruhe an ihrer Dissertation schreiben, Tagungen und Seminare besuchen und sich fächerübergreifend begegnen können.

Der symbolische erste Spatenstich für den Bau war im Juni 2016 gesetzt worden, im Dezember 2016 folgte das Richtfest.

Die GSLS der Universität Würzburg wird seit 2006 in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert. Bislang sind rund 16 Millionen Euro staatliche Fördermittel in die GSLS geflossen – hauptsächlich in Stipendien für herausragende Promovierende und in das überfachliche Trainings- und Qualifizierungsprogramm. 2012 wurde die Graduiertenschule im Rahmen der Exzellenzinitiative sehr positiv begutachtet. Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst beschloss daraufhin den Neubau eines zentralen Gebäudes neben der Mensateria. Seit 2007 bilanziert die GSLS mehr als 450 abgeschlossene Promotionsverfahren und über 1600 Publikationen.

Würdigungen

Zahlreiche Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Kirche waren zur feierlichen Einweihung des neuen Gebäudes auf den Campus Hubland gekommen, um sich selbst einen Eindruck von den Räumen zu verschaffen. Professor Dr. Alfred Forchel, Präsident der Universität Würzburg, erklärte: „Der Neubau ist der zentrale Knotenpunkt für alle Aktivitäten der Graduiertenförderung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und eine interdisziplinäre Lehr-, Lern- und Begegnungsstätte. Hier kann die Universität jungen Menschen die Fähigkeiten vermitteln, die sie in die Lage versetzen, noch in 20 Jahren die Probleme zu lösen, vor denen die Gesellschaft dann steht.“

Professor Dr. Caroline Kisker, Direktorin der GSLS meinte: „Die Graduate School of Life Sciences bildet die gemeinsame Plattform zur Vernetzung von Medizinern und Naturwissenschaftlern. Das ist eines ihrer Erfolgsrezepte, schließlich sind interdisziplinäre Promotionen heutzutage Standard. Das neue Gebäude erleichtert die Vernetzung ungemein.“

Nach Ansicht von Oliver Jörg, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst im Bayerischen Landtag, sei der Neubau für die Graduate School of Life Sciences ein wichtiges Puzzleteil in den Anstrengungen, die man unternehme, damit die Region Mainfranken auch morgen noch erfolgreich aufgestellt sei. „Es ist unser Ziel, im nordbayerischen Raum Projekte zu entwickeln, die weltweit einen guten Ruf haben. Die Universität Würzburg ist da mit dabei“, so Oliver Jörg.

Zeichen der Zeit erkannt

Wie Dr. Paul Beinhofer, Regierungspräsident von Unterfranken, betonte, habe die Universität Würzburg sehr früh die Zeichen der Zeit erkannt und ihre Graduiertenschulen entwickelt. Der Neubau befinde sich an einem zentralen Standort zwischen altem und neuem Campus und stehe symbolträchtig an der Schnittstelle von wissenschaftlichem Fortschritt und der Entwicklung der Stadt. Denn Wissenschaft, Forschung und Entwicklung müssen zusammenarbeiten für den Erfolg der Region. Christian Schuchardt, Oberbürgermeister von Würzburg, erklärte: „Die Regiopolregion Mainfranken hat strategische Leuchttürme definiert, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. In solch einem Leuchtturmprojekt befinden wir uns heute. Dieser Neubau ist ein Meilenstein für die Stadt Würzburg und die gesamte Region. Er kann die Strahlkraft von Universität und Region zeitgemäß fortschreiben.“

Im Anschluss an die Begrüßung und die Grußworte nahmen Domkapitular Dr. Stefan Rambacher und Dekanin Dr. Edda Weise die ökumenische Weihe für das neue Gebäude vor. Das Trio „Züngelnder Saitenwind“ sorgte mit Akkordeon, Cello und Saxofon für den musikalischen Rahmen, wie es abschließend in einem Pressebericht der Uni heißt.