Würzburg

Freilandmuseum Herbstfest am 15. und 16. September

Einblick in Arbeiten auf Hof und Feld

Archivartikel

Bad Windsheim.Beim Herbstfest am Samstag und Sonntag, 15. und 16. September, gibt es von 10 bis 18 Uhr nicht nur viel im Fränkischen Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim zu sehen, sondern auch zu probieren. Denn Herbstzeit ist Erntezeit, das heißt, die Früchte des Feldes werden in die Museumsbauernhöfe gebracht und dort weiter verarbeitet.

Die Ernte der Felder erfolgt mit Ochsen, Pferden und unterschiedlichsten Maschinen. Auf den Obstwiesen gilt es, die letzten Früchte zu pflücken und mit traditionellen Verfahren haltbar zu machen. So werden etwa im Dörrhäuschen aus Schlichenreuth Zwetschgen und Birnen über dem Holzfeuer gedörrt. Ein Teil der Apfelernte wandert direkt in die handbetriebene Saft-presse, und in der Stube des Seubersdorfer Hofes können sich die Museumsbesucher am Krauthobeln und -stampfen probieren.

Vor allem bei Kindern erfreut sich das Stampfen äußerst großer Beliebtheit. Für die erwachsenen Besucher gibt es im Hopfenstadel aus Thalheim den ersten „Bremser“ der Saison und dazu frischen Zwiebel- und Zwetschgenkuchen.

Vor der Verbreitung von Elektro- und Dieselmotoren wurden mobile Dampfmaschinen zum Antrieb verschiedener Landmaschinen verwendet. Im Hof aus Herrnberchtheim kann man eine dieser eindrucksvollen Maschinen beim Antreiben einer Dresch- und Strohbindemaschine begutachten.

In der Flederichs-Mühle wird mit Hilfe einer Keilpresse Öl aus Leinsamen gewonnen, und auch der Rest der Pflanze wandert keineswegs in die Biotonne, sondern wird im Flachsbrechhaus für die Verarbeitung zu Leinengewebe vorbereitet. Weiter geht es dann in der Schäferei aus Hambühl, wo die Fasern zu Garn gesponnen werden. An einem historischen Webstuhl von 1749 wird im Körblerhaus aus Oberfelden schließlich aus dem Garn der fertige Stoff gewebt.

Auch viele weitere Handwerker wie etwa Drechsler, Uhrmacher, Schuster, Schmied, Brauer, Büttner, Sattler und Besenbinder geben an diesem Tag einen Einblick in ihre Arbeit.

Mittlerweile schon Tradition auf dem Herbstfest hat die „Rock‘nstube“ am Sonntagnachmittag im Bauernhaus aus Gungolding und in der Unterschlauersbacher Mühle. Dort treffen sich Männer und Frauen, wie einst die Bauersleute, zum gemeinsamen Spinnen, Stricken und Musizieren.

Dabei werden natürlich auch alte und neue Geschichten aus dem Dorfleben ausgetauscht. Ein Eintritt wird erhoben.