Würzburg

Fränkisches Freilandmuseum Mittelaltertage vom 29. September bis 3. Oktober

Löffel schnitzen und Nadeln schmieden

Archivartikel

Bad Windsheim.Das Ritterleben auf mittelalterlichen Burgen ist gut erforscht, aber wie sah eigentlich der Alltag der einfachen Leute im Mittelalter aus? Wie haben die Menschen damals gelebt, was haben sie gegessen? Und wie stellten sie die alltäglichen Dinge des damaligen Bedarfs her? Vom 29. September bis 3. Oktober sind die Mittelalterhäuser des Fränkischen Freilandmuseums belebt und in diesem Jahr zur 700-Jahr-Feier der Spitalstiftung erstmalig auch die Spitalkirche.

Über 70 Darsteller zeigen von 9 bis 18 Uhr, wie die Menschen damals gewohnt, gearbeitet und auch Feste gefeiert haben. Dazu hat sich die Darstellergruppe „Bayreuth 1320“, die in den Mittelalterhäusern der Baugruppe Stadt performt, etwas Besonderes einfallen lassen: Sie zeigt „Alltag und Fest“ in einem Spital des Spätmittelalters. Dazu spielt die Gruppe auch einige Szenen ihrer Darstellung in der Spitalkirche.

Archäologisches Dorf

Die Zeit um 1000 nach Christus können Museumsbesucher im archäologischen Dorf rund um Gruben- und Firstpfostenhaus erleben, und in den Häusern rund um den alten Bauhof wird die Zeit um 1320 lebendig. In der Baugruppe Mittelalter haben sich die Darsteller auf die Zeit um 1476 spezialisiert. In den Küchen wird am offenen Feuer gekocht, und ein Gewürzhändler bietet seine Waren in der Stube an. Den Museumsbesuchern gibt er Auskunft über die Handelswege und die hohe Wertschätzung von Gewürzen im Mittelalter. Vor dem Haus schwitzen Männer beim Holzhacken, während nebenan der Garten gepflegt, Wasser aus dem Brunnen geschöpft und Wäsche gewaschen wird. Dazwischen spielen Kinder, und Fuhrleute steuern ihren Pferdewagen durchs Gelände. Besonders interessant sind die Vorführungen unterschiedlicher Handwerke wie Brettchenweben, Nadelbinden, Korbflechten, Drechseln, Löffel schnitzen, Paternoster-Perlen herstellen, Ringpanzer anfertigen, Schreinern, Schneidern, Schustern sowie das Herstellen von Seilen, Taschen und Etuis.

In der Schreibstube können sich Museumsbesucher kaufmännisches Rechnen im Mittelalter erklären lassen oder der Kalligrafin bei der Buchmalerei zusehen. Das Badewesen und die Körperpflege im Mittelalter wird im Tagelöhnerhaus aus Marienstein anschaulich erklärt. Im archäologischen Dorf können Museumsbesucher beobachten, wie Bronze gegossen und feinste Nadeln geschmiedet werden.

Programm für Kinder

Anziehungspunkte für Kinder sind das Fechten unter fachkundiger Anleitung und die Kinderspiele wie im Mittelalter rund um das Steinhaus aus Matting am Sonntag, 30. September, und Feiertag, 3. Oktober, ab 14.

Über das Spitalwesen im Mittelalter als Keimzelle der modernen Medizin referiert Dr. med. Christoph Schenkel aus Veitshöchheim am Donnerstag, 27. September, um 19 Uhr in der Spitalkirche. Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

Am Dienstag, 2. Oktober, informiert die Leiterin des Museums Kirche in Franken unter dem Titel „Conradus-cura-caritas“ im Rahmen eines Vortrags über die 700-jährige Erfolgsgeschichte des Spitals zum Heiligen Geist. Beginn ist um 10 Uhr ebenfalls in der Spitalkirche, der Eintritt ist frei.

Kulturpädagogin Juliane Schwartz vermittelt im Rahmen von Kursen das Färben mit Pflanzen (Montag, 1. Oktober, von 10 bis 170) und die Anfertigung einer Gewandung (Dienstag, 2. Oktober, 10 bis 17 Uhr). Ein Schnupperkurs „Historische Textiltechniken“ (Mittwoch, 3. Oktober, von 10 bis 17 Uhr) rundet das Angebot ab.

Zu den Mittelaltertagen wird ein Eintritt erhoben.