Würzburg

Unterfranken Mann verlor mehrere Finger

Mit Böllern gebastelt

Archivartikel

UNTERFRANKEN/Würzburg.Ausgelassen, aber insgesamt ohne größere Zwischenfälle verliefen die Silvesterfeiern im Regierungsbezirk Unterfranken. Mit 317 Einsätzen hatte die Polizei zwar einiges zu tun, glücklicherweise gab es aber weder größere Brände noch Sicherheitsstörungen.

Der folgenschwerste Einsatz ereignete sich bereits am Freitag, als ein 53-Jähriger im Landkreis Würzburg mehrere Finger durch einen Silvesterböller verlor. Vermutlich war es beim Basteln mit den Böllern zu einer Explosion gekommen. Der Verletzte wurde sofort vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus eingeliefert. Gerade vor der Gefährlichkeit des Herstellens sogenannter Selbstlaborate, also eigenen Knallkörpern, war im Vorfeld intensiv gewarnt worden.

Glimpflich endete die Klettertour eines 19-jährigen Thüringers, der offenbar aus Übermut gegen 0.30 Uhr auf einen Löwen an der gleichnamigen Brücke in Würzburg kletterte. Er rutschte ab und fiel auf den Hinterkopf. Mit einer Platzwunde musste er in eine Klinik eingeliefert werden.

Insgesamt 22 Körperverletzungsdelikte, bei denen die Beteiligten nicht selten unter Alkoholeinfluss standen, mussten die Ordnungshüter schlichten und aufnehmen.

19 Mal hat es gekracht

Positiv zu erwähnen ist die Unfallbilanz der Silvesternacht. Lediglich 19 Mal krachte es auf unterfränkischen Straßen. Ein Insasse wurde leicht verletzt, ansonsten blieb es bei Blechschäden. Mit insgesamt 317 polizeilichen Einsätzen bewegen sich die Zahlen etwa auf dem Niveau der Vorjahre (2018: 336, 2017: 311).

In Würzburg kam es gegen 3.20 Uhr nach derzeitigem Ermittlungsstand vor einer Diskothek in der Mainaustraße zu einer Streitigkeit zwischen rund 15 Personen. Im Verlauf dieses Streits wurde ein 26-jähriger durch einen bislang unbekannten Täter derart am Kopf verletzt, dass dieser offenbar mit mehreren Platzwunden in einer Würzburger Klinik behandelt werden musste.

Streit vor der Disko

Um 3.45 Uhr entwickelte sich in einer Diskothek am Marienplatz ebenfalls eine verbale Streitigkeit. Diese steigerte sich zu einer Auseinandersetzung, in der einem der Kontrahenten ein Glas in das Gesicht geworfen wurde. Hierdurch erlitt der 22-Jährige eine Schnittwunde an der Stirn, die ebenfalls im Krankenhaus behandelt werden musste.

Gegen 22.50 Uhr wurde eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt durch einen Passanten auf eine verletzte männliche Person aufmerksam gemacht. Dieser wurde mit einer stark blutenden Wunde im Bereich eines Auges am Röntgenring angetroffen. Der Mann gab an, von einer ihm unbekannten weiblichen Person geschlagen worden zu sein. Der Geschädigte war mit 2,48 Promille alkoholisiert und wurde stationär in einer Klinik aufgenommen.

Gegen 3.50 Uhr wurden in der Augustinerstraße drei Frauen von zwei Männern im Alter 31 bis 34 Jahren mehrfach beleidigt. Der sich daraus ergebende Streit mündete in mindestens einen Schlag in das Gesicht einer der Frauen. Diese blieb glücklicherweise unverletzt. Die Polizeibeamten trafen alle Beteiligten merklich alkoholisiert an. Gegen die beiden Männer wurde jeweils ein Strafverfahren wegen Beleidigung und Körperverletzung eingeleitet.