Würzburg

Modehaus Götz Mögliche Insolvenz soll abgewehrt werden / Mitarbeiter beteiligen sich mit Gehaltsumwandlungen am Konzept

Sanierungsplan soll greifen

Archivartikel

Würzburg.Mit einem auf zwei Jahre angelegten Sanierungsprogramm will das Modeunternehmen Gebrüder Götz GmbH & Co. KG in Würzburg aus seiner finanziellen Misere gelangen und eine mögliche Insolvenz abwenden. Dies erklärte Geschäftsführer Karl-Otto Lang auf Nachfrage der FN.

Vor sechs Wochen sei er zusammen mit dem weiteren Geschäftsführer Klaus Borst angetreten, um der geschäftlichen Schieflage der Firma mit einer Sanierung zu begegnen und zu einem positiven Ergebnis zu gelangen. Das Modehaus habe Liquiditätsprobleme, verursacht durch schlechte Ergebnisse in den vergangenen drei Jahren. Zudem sei sich die bisherige Geschäftsführung nicht einig gewesen, welche strategische Ausrichtung eingeschlagen werde sollte. Und Uneinigkeit führe oftmals zu schlechten Ergebnissen, so Lang. Dies habe letztlich zu einem Austausch in der Geschäftsleitung geführt.

Nun sei man dabei, zusammen mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Peter Götz das Unternehmen neu auszurichten. Um die Liquiditätsprobleme, im Gespräch waren fünf Millionen Euro an benötigtem Kapital, in den Griff zu bekommen, sei die „Finanzierung nun in trockenen Tüchern“, so Geschäftsführer Lang.

Die Sanierung setze sich aus drei Bausteinen zusammen. So würden die Banken weiterhin als Finanzgeber zur Seite stehen, und die Gesellschafter leisteten ebenfalls erhebliche Beiträge. Gefordert seien ebenso die Mitarbeiter, die sich bereit erklärt hätten, sich für zwei Jahre durch sogenannte Gehaltsumwandlungen an der Sanierung zu beteiligen. So soll die Belegschaft in vier Halbjahresschritten ab Mai jeweils auf bis zu 15 Prozent des Gehalts sowie in 2019 und 2020 auf Teile des Urlaubs- und Weihnachtsgelds verzichten. Das eingesparte Geld werde in eine firmeneigene, insolvenzgeschützte Pensionskasse fließen. So werde man einen weiteren Schritt tun, um die Liquidität des Unternehmens wieder zu erhöhen und finanzielle Reserven zu erhalten, um etwa weiter in den Online-Handel zu investieren. Allerdings sollen diese Einsparungen den Mitarbeitern später für die Altersvorsorge zur Verfügung stehen, und zwar zu 100 Prozent plus eines Zuschlags von 20 Prozent. Wie Lang weiter erklärte, seien jedoch auch 14 Stellen durch veränderte Strukturen gestrichen worden.

Mit Blick auf die eingeschlagene Sanierung, weitere Strukturveränderungen und Anpassungsmöglichkeiten sowie angesichts der engagierten Mitarbeiter zeigte sich Karl-Otto Lang optimistisch, dass sich die Zukunft des Modehauses Götz positiv gestalten werde.