Würzburg

Mainfranken Theater Vorbereitende Maßnahmen zur Generalsanierung haben begonnen / Errichtung des neuen Kopfbaus startet im Frühjahr 2019

Spielbetrieb bleibt aufrecht erhalten

Würzburg.„Draußen Bau, drinnen Kunst“: So ist auf einem Banner an der Außenseite am Mainfranken Theater zu lesen: Und dieses Motto gibt die Leitlinie vor für die Generalsanierungs- und Erweiterungsarbeiten am Würzburger Vierspartenhaus. Denn während der gesamten anstehenden Bauarbeiten bis etwa Herbst 2022 „soll das Haus die ganze Zeit über geöffnet und erlebbar bleiben“, betont Britta Grigull, Pressesprecherin beim Mainfranken Theater. Die Theater-, Tanz- oder Musikfreunde müssen also auf den Kunstgenuss nicht verzichten.

Seit Mitte August laufen die ersten bauvorbereitenden Arbeiten. Neben dem Abriss des alten Kopfbaus wird derzeit mit Hochdruck die Bohrpfahlwand zur Absicherung der künftigen Baugrube gesetzt. Danach wird die Baugrube vollständig angelegt und der Baugrund abtransportiert. Der eigentliche Baubeginn erfolgt dann ab Frühjahr 2019 mit der Errichtung des neuen Kopfbaus, der architektonisch mit viel Glas gestaltet werden wird. Hier wird das neue „Kleine Haus“ mit rund 330 Plätzen errichtet.

„Kleines Haus“

Besonderer Blickfang im Kopfgebäude dürfte sicherlich das ganz neue Foyer über mehrere Ebenen sein, die mit einer großen schwungvollen Wendeltreppe erschlossen und verbunden werden. Hier finden unter anderem der Kassenbereich, die Gastronomie und Garderoben Platz. Neben dem neuen Ballettprobenraum wird hier vor allem die zweite Spielstätte, das neue „Kleine Haus“, mit rund 330 Plätzen eingerichtet. Spartenübergreifend können hier etwa kleine Formate oder Stücke mit mehr experimentellem Charakter aufgeführt werden, wie Britta Grigull erläutert. Bis Frühjahr 2020 soll der neue Kopfbau fertiggestellt sein.

Dann kann mit den eigentlichen Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten am „Großen Haus“ (738 Plätze) begonnen werden. Dass es sich hierbei nicht um eine „Wünsch-Dir-was-Aktion“ handelt, macht die Pressesprecherin mit Nachdruck deutlich. Denn das Theater, im Dezember 1966 eröffnet, ist in die Jahre gekommen und wird heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht.

So besteht dringender Sanierungsbedarf etwa bei der veralteten Bühnentechnik, die dem heutigen Stande der Dinge nicht mehr entspricht. Neben der energetischen Sanierung, der Erneuerung von Heizung und Lüftung müssen „auch rechtliche Vorgaben und Normen erfüllt werden“, so Britta Grigull. Ein wichtiger Aspekt sei ebenso die Gewährung eines barrierefreien Zugangs zum Theater. Mit der Sanierung und Erweiterung sollen alle Funktionalitäten ins Stammhaus zurückgerufen und zusammengeführt werden. So sind derzeit etwa der Orchesterprobenraum oder die Kostümwerkstatt in ein externes Gebäude ausgelagert. Und auch mehrere Probenbühnen stehen nur extern zur Verfügung.

Ebenso ist die bestehende „Kammer“ mit ihren 92 Plätzen ursprünglich nicht als Spielstätte gedacht, sondern war eher „als Notlösung angelegt gewesen“, sagt Grigull. Mit der dringend erforderlichen Sanierung „wollen wir den zentralen Anforderungen an einen sicheren, wirtschaftlichen und zukunftsfähigen Spielbetrieb erfüllen. Neben der Qualität auf der Bühne wollen wir alles bieten, was man heute zurecht von einem modernen Theaterbetrieb erwartet“, betont die Pressesprecherin.

Dazu gehöre auch, dass für das Publikum während der kompletten Sanierungsphase bis etwa Herbst 2022 der Kernspielbetrieb erhalten bleibt. Niemand muss also auf Theater- und Musikfreuden verzichten. So werde während der Errichtung des „Kleinen Hauses“ im „Großen Haus“ ganz normal weitergespielt. Und während dessen Sanierung nutze man dann das „Kleine Haus“ oder auch verschiedene Außenspielorte.

„Es wird weiterhin Kunst geben, ganz nach dem Motto ,Draußen Bau, drinnen Kunst’“, so Britta Grigull. Auf einem Blog (https://mainfrankentheater.de/blog/sanierung) werde man immer über aktuelle Neuerungen informieren.

„Wir freuen uns wirklich, ein gelungenes architektonisches Ensemble zu erhalten“, unterstreicht Britta Grigull. Es sei eine tolle Möglichkeit, mitzuerleben, wie sich das Haus mit seiner bisherigen charakteristischen Formensprache mit Kubatur und Glas weiter entwickele.

Es entstehe etwas Neues, das ästhetisch sehr ansprechend sei. „Altes und Neues vermischen und ergänzen sich hervorragend. Bestehendes wird aufgegriffen und zu etwas Neuem weitergeführt“, so die Pressesprecherin.

Durch die gewollte Transparenz des neuen Kopfbaus mit viel Glas werde nicht nur die Aufenthaltsqualität verbessert, sondern auch die Öffnung zur Stadt noch weiter geführt.

Damit würden Stadt- und Theaterraum und umgekehrt noch stärker miteinander verquickt und das „Theater in der Stadt für die Stadt“ deutlich sichtbar gemacht.