Würzburg

Sozialreferat Oberbürgermeister Christian Schuchardt überreichte weiteren Personen spezielle Karten für Vergünstigungen in Bayern

Stadt Würzburg sprach 400 Bürgern ein „Dankeschön“ für ihr Ehrenamt aus

Archivartikel

Würzburg.Über 400 Personen waren der Einladung des Würzburger Sozialreferats gefolgt und genossen einen kurzweiligen Abend. Dieser war ein kleines Dankeschön für engagierte ehrenamtliche Tätigkeit. Der gefüllte Saal im Vogel Convention Center zeigte damit sehr deutlich, wie gut es um das Engagement der Würzburger bestellt ist. Eingeladen waren dieses Mal nicht nur die Inhaber der Ehrenamtskarten, sondern auch alle Unterstützer im Bereich Flucht und Asyl.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Sozialreferentin Dr. Hülya Düber würdigten alle, deren Engagement von Würzburger Tafel über Sportvereine bis hin zum Oxfam Shop reicht. Denn die Palette der Tätigkeiten und Einsatzmöglichkeiten ist bunt. „Wir sind stolz auf diese Vielfalt des Ehrenamtes in Würzburg“, betonte OB Schuchardt und sprach vom „guten Geist der Stadtgesellschaft“: „Sie zeigen Hal-tung gegenüber ihren Mitmenschen und das ist eine politische Orientierung, wie wir uns Stadtgesellschaft und unser Land vorstellen. Ohne Ehrenamt hätten wir eine andere Gesellschaft!“

Darüber hinaus hätten in den turbulenten Jahren 2015 und 2016 Menschen überall in Deutschland und auch in Würzburg eine über-wältigende Bereitschaft gezeigt, anzupacken und mitzuarbeiten. Un-ter Applaus stellte er seine Meinung zum Bleiberecht von Menschen mit nicht erfolgten Asylanträgen dar: „Wir brauchen diese Menschen genauso wie sie uns brauchen. Wir sollten auf Abschiebungen von gut integrierten Geflüchteten in unsichere Gebiete absehen. Wenn 18-Jährige zwei Jahre lang warten müssen, bis ihr Antrag angenommen oder abgelehnt wird, ist das zu lang.“

Sozialreferentin Dr. Hülya Düber fügte hinzu, dass derzeit 2300 Menschen aus Krisengebieten in Würzburg leben. „Bereits ein Viertel von ihnen arbeitet in sozial-versicherungspflichtigen Beschäftigungen.“ Beachtung findet aber auch der Bereich der Selbsthilfe: „500 Menschen leiten oder gründen aktuell Selbsthilfegruppen unter erschwerten Bedingungen wie der eigenen Erkrankung“, so Dr. Düber. „Wir danken heute denen, die nicht in vorderster Reihe stehen, sich aber täglich selbstverständlich einsetzen für eine lebens- und liebenswerte Stadtgesellschaft.“

Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales hat die Ehrenamtskarte auf den Weg gebracht, als Anerkennung und Wertschätzung. Sie ist bayernweit gültig. Mittlerweile gibt es etwa 4000 Akzeptanzstellen, bei denen die Besitzer von Ehrenamtskarten Vergünstigungen erhalten.

Die Förderung des Ehrenamts ist seit 2013 in der bayerischen Verfassung festgeschrieben. Zu Beginn des Jahres weitete die Stadt Würzburg die Akzeptanzpartner der Karte in Würzburg neben dem Kultur-, Bildungs- und Sozialbereich auch auf Einzelhandel und Gastronomie aus. Zudem wurde eine neue Anlaufstelle geschaffen, die Freiwilligen-Agentur, um Ehrenamtliche wie auch deren Einsatzstellen zu unterstützen, beispielsweise mit Kursen. Neu ist auch das aktive Schuljahr in von Schülern selbst gewählten Einsatzfeldern, das im kommenden Schuljahr starten soll. „Es soll Lust auf das Ehrenamt machen“, erklärt die Sozialreferentin.

Nach der Überreichung der neu beantragten Ehrenamtskarten genossen die Ehrenamtlichen einen angenehmen Abend mit Verpflegung und Musik von WiMu (Willkommen mit Musik), der solidarischen Musikschule des Theaters am Neunerplatz und ReVier. stvw