Würzburg

Straßenbauarbeiten B 27 bei Höchberg erhält einen neuen Belag / Empfohlene Umleitung führt über die A 3

Staus sind derzeit an der Tagesordnung

Archivartikel

Höchberg.Seit Mitte Juni laufen nun die Arbeiten an der B 27, die als Umgehungsstraße von Höchberg im Jahr 1990 gebaut wurde. Das staatliche Bauamt erneuert hier den kaputten Fahrbahnbelag und baut gleichzeitig einen Beschleunigungsstreifen von Waldbüttelbrunn kommend, um einen Unfallschwerpunkt zu entschärfen. Deshalb ist die Straße halbseitig gesperrt. Von Kist kommend kann man auf der Bundesstraße fahren, der normale Rückweg über die B 8/B 27 ist allerdings versperrt. Die Baumaßnahme soll bis nach den Sommerferien dauern.

Als Umleitungsstrecke von Höchberg kommend, ist eine Route auf der B 8 Richtung Uettingen und an der Abzweigung nach Helmstadt auf die A 3 in Richtung Nürnberg vorgesehen gewesen. An der Ausfahrt Kist sollte man dann wieder auf die B 27 kommen und seine gewohnte Strecke fahren.

Theorie und Wirklichkeit

Soweit die Theorie, die in mehreren Gesprächen den betroffenen Gemeinden und den Verantwortlichen der Busunternehmer und weiteren Trägern öffentlicher Belange durch das staatliche Bauamt vorgestellt wurde. Auch die Strecke von der Ausfahrt der Heidelberger Straße in Höchberg auf die B 27 sollte nur noch Richtung Würzburg möglich sein, da der Abschnitt bis kurz nach der Abzweigung nach Eisingen von der Baumaßnahme ebenfalls betroffen ist. Dann kam es ganz anders und ohne, dass die betroffenen Gemeinden unterrichtet wurden. Zuerst begannen die Bauarbeiten mehrere Tage später, weil die Einrichtung der Baustelle längere Zeit in Anspruch nahm, wie das staatliche Bauamt in einer Presseerklärung verbreitete, und auch die Straße zwischen der Einmündung Heidelberger Straße und Abzweigung Eisingen wurde nicht halbseitig gesperrt. Das hatten die Autofahrer schnell mitbekommen und fahren jetzt munter durch Höchberg durch. Da ist fast kein Durchkommen mehr, zumal auch noch zwei private Baustellen in der Hauptstraße mit Lieferverkehr den fließenden Verkehr behindern.

Vor allem in den Abendstunden im Berufsverkehr geht fast gar nichts mehr in Höchberg. Einige Autofahrer dachten, sie sind so schlau und fahren über die Waldbrücke und dann über die Bürgermeister-Seubert-Straße – aber auch sie kommen nicht voran. Spätestens am Verkehrskreisel in der Nähe des Rewe-Markts stehen die Autos still. Die Pkw-Fahrer müssen die kurze Ampelphase abwarten, bis sie auf die B 27 in Richtung Kist einbiegen können. Da kommt es dann schon des Öfteren zu Unmutsäußerungen. So wie bei Martin Neckermann, der in Richtung Tauberbischofsheim unterwegs ist. Für ihn ist die empfohlene Umleitung über die A 3 keine wirkliche Alternative. Dort herrscht bekanntlich wegen der Baustelle bei Heidingsfeld mit vielen Unfällen fast Dauerstau. Also den Weg über Helmstadt und Neubrunn nehmen, das erscheint ihm dann doch zu weit.

Ampelschaltung

Er würde sich eine Ampelschaltung für die Höchberger Umgehungsstraße wünschen oder eine Umkehr der Fahrtrichtung je nach Tageszeit. Am Morgen darf man in Richtung Würzburg fahren und am Nachmittag nur stadtauswärts. Das würde dem Pendlerverkehr viel nutzen. Inge Bauer, aus Grünsfeld kommend, will lieber über Giebelstadt und die B 19 nach Würzburg fahren, ihr ist der tägliche Stau in und um Höchberg viel zu viel.

Auch Höchbergs Bürgermeister Peter Stichler ist nicht glücklich mit der Situation. Er kritisiert vor allem die schlechte Informationspolitik des staatlichen Bauamts. So sei der Gemeinde nicht mitgeteilt worden, dass die B 27 zwischen der Einmündung von Höchberg und der Abzweigung nach Eisingen nicht gesperrt wird. Erst auf Nachfrage habe man ihm mitgeteilt, dass die Straße auf Druck der Busunternehmer noch bis zum 17. Juli in beide Richtungen offen gehalten wird und dann eine Baustellenampel den Verkehr regelt.

Sein Kollege Volker Faulhaber aus Kist beobachtet mit Sorge den Ausweichverkehr über Eisingen und Kist über den schmalen Wirtschaftsweg. Sollte hier der Verkehr weiter zunehmen, will er dringend nötige Sanierungsarbeiten an der Ortsstraße vornehmen und sie damit dem Umleitungsverkehr entziehen. Dann käme auch auf Altertheim mehr Verkehr zu, denn einige Autofahrer, die in den südwestlichen Landkreis wollen nutzen die Feldwege schon als Ausweichstrecke – und dafür sind diese definitiv nicht vorgesehen.

So bleibt zu hoffen, dass die Erneuerung der Fahrbahn rund um Höchberg schnellstmöglich abgeschlossen werden kann und dass es auf der für die Sommerferien geplanten Baumaßnahme an der vierspurigen Straße innerhalb Höchbergs bis zur Stadtgrenze nicht zu ähnlich chaotischen Verhältnissen kommt.