Würzburg

Bauarbeiten Tunnel bis Ende Oktober komplett gesperrt / Fahrspuren werden verengt / Kosten bei 665 000 Euro

Unterführung am Europastern braucht neuen Halt

Würzburg.1970 wurde der Würzburger Europastern eingeweiht. Wie andere große infrastrukturelle Verkehrsprojekte wie Mittlerer Ring, Greinbergknoten und Nordtangente fiel auch der Bau des Europasterns in die Amtszeit des damaligen Oberbürgermeisters Klaus Zeitler. Über elf Brücken führt der Europastern seither sternförmig als wichtiger Verkehrsknotenpunkt in die Innenstadt hinein und hinaus.

Der Bewehrungsstahl ist stellenweise durch Lochfraßkorrosion geschädigt, der Rost ist an den freiliegenden Bewehrungsstählen gut sichtbar, die Betonoberfläche ist abgeplatzt. Seit April ist die Unterführung in Richtung Grombühl und Unikliniken wegen Instandsetzungsarbeiten gesperrt.

Der Zahn der Zeit hat an den Stützmauern genagt und irgendwie scheinen die Arbeiten ein wenig der von Kieferchirurgen zu ähneln: Kaputte Stellen werden entfernt, das Skelett wieder aufgebaut, neue Implantate gesetzt und zum Schluss poliert. Bei Ingenieuren und Baufachleuten hört es sich so an: „Der Beton ist stark chloridgeschädigt“, erklärt Tiefbau-Chef Jörg Roth, „und wird zunächst mit Hilfe von Hochdruckwasserstrahlen mit einer Kraft von bis zu 2000 bar Abschnitt für Abschnitt abgetragen. Anschließend erfolgt der Ersatz des abgetragenen und geschädigten Betons durch Spritzbeton. Um die neue Spritzbetonschale vor Rissen zu sichern, wird eine statisch ermittelte Bewehrung eingebaut.“

Die Arbeiten haben zur Folge, dass der Fahrzeugtunnel bis Ende Oktober komplett gesperrt ist, die Umleitung erfolgt über die Nürnberger Straße, Urlaubstraße, Schweinfurter Straße in die Josef-Schneider-Straße. Zudem müssen bis Ende Oktober Fahrspuren eingeengt werden: In der Schweinfurter Straße müssen bis etwa Mitte Oktober die Fahrspurbreiten reduziert werden, bevor die Stützmauerköpfe abgetrennt werden. Die Umfahrung der Schweinfurter Straße zur Nürnberger Straße wird bis Ende Oktober im Baustellenbereich auf eine Fahrspur reduziert. Auch die Zufahrtsrampe von der Josef-Schneider-Straße zur Schweinfurter Straße wird auf eine Fahrbahn von drei Metern begrenzt, um Arbeitsraum für die Bauarbeiten zur Verfügung zu stellen und eine Absturzsicherung durch eine transportable Schutzeinrichtungen aufstellen zu können.

Die Kosten für die Maßnahme liegen bei etwa 665 000 Euro. Die Bauzeit ist bis Ende Oktober angesetzt. Um die Erschütterungen gerade bei Krankentransporten zur Universitätsklinik zu verringern, wird der Pflasterbelag durch einen neuen Belag aus Asphalt oder Beton ersetzt.