Würzburg

Africa Festival Würzburg Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kam gestern Abend zur Eröffnung und hielt eine viel beklatschte Rede

„Wir sind verpflichtet, Afrika zu helfen“

Archivartikel

Würzburg.Mit einer viel beklatschten Rede hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gestern Abend das 30. Würzburger Africa Festival eröffnet. Der Auftritt des deutschen Staatsoberhaupts war bereits der zweite dort – vor zehn Jahren eröffnete Steinmeier das Festival schon einmal, damals noch als Außenminister.

Als der 62-Jährige mit seiner Frau Elke Büdenbender – mit einer erwähnenswerten knallorangefarbenen Handtasche und ebenso knalligen Pumps in Pink – und einer 20-minütigen Verspätung im Havanna-Zelt erscheint, herrschen dort gefühlte 35 Grad. Schnell legt er Jackett und Krawatte ab und zeigt sich auch sonst alles andere als staatstragend.

In seiner Begrüßung vergisst er selbst diejenigen nicht, die seine Rede draußen vor den LED-Wänden verfolgen wollen. Jubel und Beifall dringen ins Zelt herein, ein schöner Moment. Der hohe Gast gratuliert den Verantwortlichen – allen voran natürlich Festivalleiter Stefan Oschmann – zu der „wunderbaren grenzen- und kontinentüberschreitenden Karriere“ des Africa Festivals. „Das“ Afrika gebe es nicht, sagt er und betont, dass „Afrika ganz anders ist als viele denken“. Steinmeier: „Es gibt dort viele junge Menschen voller Neugier und Zuversicht, ihre Länder voranzubringen. Wir müssen unser Bestes tun, um diesen jungen Menschen zu helfen.“ Besonders viel Applaus bekommt er für diesen Satz: „Es kann der Welt nicht gut gehen, wenn es Afrika dauerhaft schlecht geht“. Und deshalb „sind wir verpflichtet zu helfen“.

„Musik baut Brücken“

Vom Africa Festival zeigt sich der erste Mann im Staat begeistert: „Wer hier ist, kann diese unbändige Lebensfreude spüren. Musik baut Brücken und stiftet neue Freundschaften zwischen den Menschen.“ Er bezeichnet das Event als ein „Fest der Begegnung, der Partnerschaft und des Austauschs“. Genau um 17.35 Uhr erklärt er das 30. Festival für eröffnet.

In Würzburg trifft der Bundespräsident auch die Künstlerin Sona Jobarteh wieder, deren Musik- und Tanzschule er zusammen mit Stefan Oschmann im Dezember letzten Jahres besucht hatte. In einer Podiumsdiskussion, die Sarah Berg moderiert, berichtet Sona Jobarteh von ihrer Arbeit und verrät ihr Credo: „Ich möchte den Kindern beibringen, dass Veränderungen einzig und allein in ihren Händen liegen.“ Steinmeier appelliert daran, die momentanen politischen Veränderungen in Gambia zu unterstützen. Auch dafür erntet er großen Applaus.

Stefan Oschmann gibt das Lob, das er bekommen hat, gleich an sein Team weiter, denn: „Da gehört es hin“. Und der Festivalleiter hat auch noch eine faustdicke Überraschung für Sona Jobarteh parat: Sie, die überhaupt nicht damit gerechnet hat, erhält in diesem Jahr den Award des Africa Festivals und dazu noch einen Scheck in Höhe von 25 000 Euro für den Bau einer weiteren Schule.

Als Steinmeier gegen 18.15 Uhr das Zelt verlässt, haben seine Personenschützer den ultimativen Stress. Sofort ist das Staatsoberhaupt von unzähligen Menschen jeglicher Hautfarbe umringt. Alle wollen ein Bild – oder noch besser: ein Selfie.