Würzburg

Jugendgruppe im Visier 14- bis 19-Jährige beschmierten unter anderem Bildstöcke und Verteilerkästen mit rassistischen Parolen

Zahlreiche rechtsmotivierte Straftaten begangen

Archivartikel

Kürnach.Nach eine Serie von zum Teil rechtsmotivierten Straftaten, überwiegend Sachbeschädigungen durch Graffiti, hat die Kriminalpolizei Würzburg mehrere Mitglieder einer Jugendgruppe als Tatverdächtige ermittelt.

Die Jugendlichen beziehungsweise Heranwachsenden stehen im dringenden Verdacht, in wechselnder Besetzung an insgesamt 16 Straftaten beteiligt gewesen zu sein.

Seit Juni kam es in und um Kürnach vermehrt zu Sachbeschädigungen durch Graffiti. Unter anderem wurden Unterführungen, eine Straßenkreuzung, Bildstöcke oder ein Verteilerkasten mit zum Teil ausländerfeindlichen, rassistischen und antisemitischen Parolen und Hakenkreuzen beschmiert. Die Gesamtschadenshöhe dürfte sich auf mehrere tausend Euro belaufen. Die Täter waren zunächst unbekannt. Da die Taten offensichtlich rechtsmotiviert waren, übernahm das für Staatsschutz zuständige Kommissariat der Würzburger Kripo die weiteren Ermittlungen.

Verstöße gegen das Waffengesetz

Im Zuge der umfangreichen Ermittlungen kristallisierten sich nun mehrere Mitglieder einer ortsansässigen Jugendgruppe als Tatverdächtige heraus. Es handelt sich um Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 19 Jahren, die dem Sachstand nach immer wieder in wechselnder Besetzung Straftaten begangenen haben sollen.

Abgesehen von den Sachbeschädigungen wird gegen einige Gruppenmitglieder auch wegen Verstößen gegen das Waffengesetz ermittelt, da die Beschuldigten zum Teil unberechtigt Schreckschuss- und sogenannte „Softairwaffen“ mitgeführt und damit auch geschossen haben sollen.

Zudem verdichteten sich die Hinweise, dass die Jugendgruppe offenbar auch für einen Fall im Mai verantwortlich ist, bei dem ein Gartengrundstück zwischen Kürnach und Seligenstadt regelrecht verwüstet wurde. Allein in diesem Fall war ein Sachschaden in Höhe von geschätzten 2000 Euro entstanden.

Darüber hinaus wurde gegen ein volljähriges Gruppenmitglied ein gesondertes Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Der Mann soll einen Jugendlichen massiv bedroht haben, der offensichtlich angekündigt hatte, aus der Gruppe aussteigen zu wollen. In diesem Zusammenhang wurde auch die Wohnung des Tatverdächtigen durchsucht. Den Beamten fielen dabei Schreckschuss- und Luftdruckwaffen samt dazugehöriger Munition in die Hände, die allesamt sichergestellt wurden.

Geständnisse abgelegt

Die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten, für die die Gruppierung nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen verantwortlich ist, beläuft sich mittlerweile auf mindestens 16. Abgesehen davon waren die Tatverdächtigen im Vorfeld noch nicht wegen politisch motivierten Straftaten in Erscheinung getreten. Alle Beschuldigten haben inzwischen umfassende Geständnisse abgelegt.