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60 Minuten zum Entkommen – Horror im EN?GMA Live Escape Room

Blutspritzer an der Wand, Organe in einer Truhe, gruslige Musik und ein dunkler Raum, aus dem es kein Entkommen gibt. Ein Mädchen soll sich im sogenannten „Slaughterhouse“ befinden, das lebendig aus den Klauen des Schlachters befreit werden muss. Über versteckte DVDs kann beobachtet werden, was ihr zugestoßen ist. Was nach einem Horrorfilm mit FSK 18 klingt, können Familien, Freunde und Arbeitskollegen im EN?GMA Live Escape Room in Mannheim ohne Altersbeschränkung erleben. „Wichtig war es Ordnungs- und Jugendamt nur, dass keine nackten Personen oder simulierte Morde zu sehen sind“, erzählt Adrian Imparato. Insgesamt neun Räume in der Straße Am Steingarten 2 hat er zusammen mit seinem langjährigen Freund Tarek Al-Ayyoubi selbst konzipiert.Die beiden gebürtigen Mannheimer gründeten ihren ersten Escape Room im Jahr 2015 und waren nach eigenen Angaben damit Vorreiter im gesamten Rhein-Neckar-Gebiet.

„Es ist nicht immer leicht unsere Arbeit hier zu erklären. Ich mein, wir sperren Leute ein für Geld“, sagt Tarek und lacht. Tatsächlich geht es bei dieser Freizeitbeschäftigung genau darum: In  Gruppen von zwei bis acht Personen wird man in thematisch gestalteten Spielszenarien eingeschlossen, aus welchen man innerhalb von 60 Minuten durch das Lösen von Rätseln entkommen muss. Benutzt werden darf dafür alles, was sich im Raum befindet; einen bestimmten Startpunkt oder Lösungsweg gibt es nicht. „Einfach alles mal anfassen und ausprobieren“, empfiehlt Adrian – auch wenn das im Slaughterhouse ganz schön Überwindung kostet. Nicht jeder greift gern in dunkle Ecken und tastet nach (natürlich unechten) Organen und Körperteilen.

Bis  zu einem Jahr arbeiten die Mannheimer an einem neuen Spielszenario

Adrian und Tarek sind beide 32 Jahre alt und gelernte Maler und Lackierer, weshalb sie den Großteil ihrer Ideen für neue Räume selbst umsetzen können. Ein Jahr dauert es in etwa, bis eine neue Herausforderung für alle Altersgruppen entsteht. Besonders stolz sind die beiden Mannheimer auf ihren Raum „Die Psychatrie“, hinter dem ziemlich viel Technik steckt. Bis zu zehn Spieler versuchen hier gemeinsam hinter die dunklen Machenschaften des Psychiaters zu kommen.

ACHTUNG SPOILER: Nur wenn vier Personen gleichzeitig an der richtigen Position stehen, öffnet sich ein großer Spiegel und man gelangt in einen geheimen Operationssaal.

In Darmstadt hatten die beiden Gründer zum ersten Mal einen Escape Room ausprobiert und den Spaß am gemeinsamen Raten, Ausprobieren und Nachdenken entdeckt. Danach war klar: So etwas muss es auch in Mannheim geben – nur besser. Eine Besonderheit, die Adrian und Tarek anbieten, ist der Duell-Modus. In zwei identischen Räumen unter dem Motto „The New World Order“ können zwei Teams gegeneinander spielen, in diverse Verschwörungstheorien abtauchen und sich beim Lösen der Aufgaben gegenseitig Steine in den Weg legen.

Im Jahr 2017 vergrößerten die beiden Mannheimer ihren EN?GMA Live Escape Room auf die doppelte Fläche und bieten mittlerweile auch Outdoor-Rallyes durch die Stadt und den Luisenpark an. 15 bis 30 Euro kosten 60 Minuten in den Spielszenarien der beiden Gründer, eine Anmeldung vorab ist notwendig. Escape Rooms sind nicht nur ein Hype, der vorrübergeht – „es mach einfach saumäßig Spaß und man lernt sich selbst und andere viel besser kennen. Es ist eine Teambuilding-Maßnahme, bei der Kommunikation das Wichtigste ist und einer die Führung übernehmen muss“, sagt Adrian. Auch Heiratsanträge habe es in ihren Räumen schon gegeben, erzählen die beiden Geschäftspartner. „Da haben wir dann zum Beispiel den letzten Türschlüssel, der gefunden werden muss, durch einen Ring ausgetauscht.“