ILMA - Ich liebe Mannheim

Bunt, Stylisch, Bedeckt

Archivartikel

Schon als Kind träumte Meriem Lebdiri davon, Mode zu machen. Ihre Entwürfe setzte sie damals noch mit Unterstützung ihrer Mutter um. „Ich hatte als Jugendliche irgendwann Bock, Mode zu versuchen, die es noch nicht gab und mit der ich mich identifizieren konnte“, erklärt sie ihre Beweggründe. Ihren Eltern hat Meriem schließlich auch zu verdanken, dass sie diesen Wunsch in Realität umsetzen konnte. „Ich wusste lange nicht, dass es diesen Beruf Modedesignerin wirklich gibt“, gesteht die 32-jährige. „Ich wollte einfach meine Ideen raushauen und irgendwie umsetzen.“ 2010 besteht Meriem ihre Prüfung als staatlich geprüfte Modedesignerin. Gleich darauf gründet sie das Label Mizaan. Mizaan ist das arabische Wort für „Gleichgewicht, Balance“ und steht für das Vereinen vom westlichen Modeverständnis und dem Bedürfnis nach mehr Stoff.

Unterstützung von der Mannheimer Gründerszene

Die Verbindung zu Mannheim kam dann über ihre Schwester Selma, die hier Kommunikationsdesign studierte. So wurde Meriem auch auf die hier ansässige Gründerszene aufmerksam. „Startup Mannheim bietet viel Unterstützung  bei der Gründung und man kann ein tolles Netzwerk entwickeln“, erklärt die Designerin, die in der Pfalz lebt. Und so nimmt alles seinen Lauf. Sie entwirft ihre ersten Kollektionen und stellt davon Bilder in Facebook. Die Meinungen zu ihrer Mode fallen zu Beginn sehr unterschiedlich aus.

Mit der überraschenden Anfrage von der Fashion Week Washington D.C. in 2014 kam die internationale Aufmerksamkeit. „Ich hatte da erst meine dritte Kollektion veröffentlicht“, sagt Meriem noch immer etwas ungläubig. Es folgten Modenschauen in Dubai, Istanbul und London, wo Mizaan sogar für den Modest Fashion Award ins Rennen ging. „Plötzlich musste ich alles auf Englisch posten“, lacht die Mutter zweier Kinder.

25 Teile innerhalb von 3 Wochen

Bis 2017 wurde noch jedes einzelne Stück der Kollektion von ihr selbst entworfen und produziert. „Ich glaube die größte Serie, die ich je selbst genäht habe, waren 25 Teile innerhalb von 3 Wochen für eine Show“, erinnert sich die in Algerien geborene Designerin. Inzwischen wird sie von verschiedenen Nähereien im In- und Ausland unterstützt. Die Premium Kollektion wird beispielsweise von Stich by Stich in Frankfurt produziert.

Trotz dem großen internationalen Interesse hat sie ihre Räumlichkeiten weiterhin in Mannheim. „Mannheim ist cool“, sagt Meriem. „Außerdem habe ich hier so viel Unterstützung erhalten, gerade auch vom gig7.“ Warum also weg gehen, wo man so viel bekommen hat?

Unterstützung von eigener Schwester

Unterstützt wird sie bei ihrem Label auch von ihrer Schwester Selma, die sich neben den Fotoshootings auch um Marketing, Website und Social Media kümmert. Meriem hat ihr auch die aktuelle Kollektion „Voyage“ gewidmet.  „Meine Schwester ist viel unterwegs. Da es wieder Zeit für die neue Sommer-Kollektion wurde und ich auf der Suche nach einem neuen Thema war, hat sich die Voyage Kollektion ziemlich schnell ergeben“, erklärt sie. Und wie auch die anderen Kollektionen, von denen sie zwei pro Jahr anstrebt, ist sie bunt, stylish, hochgeschlossen und aus fließenden Stoffen.

Label, bei dem sich jeder etwas leisten kann

Meriem Lebdiri macht Modest Fashion aus Überzeugung.  „Ich möchte, dass meine Kleidung, welche  die Frauen tragen, sie verbindet“, macht Meriem klar. „Ob aus religiösen oder persönlichen Gründen. Jeder, der immer oder auch nur ausnahmsweise Mal Lust hat, sich etwas bedeckter zu kleiden, kann meine Mode tragen.“ Neben den schlichten, aber stylischen Blazern, Kleidern, Hosen und Röcken sowie passende Accessoires wie Tücher, Taschen und Schals wird es bald auch Sonnenbrillen geben.  „Ziel ist es, eine große Produktpalette anbieten zu können und am liebsten das Label zur Kette auszubauen, wo sich jeder was leisten kann“, so die Pläne der Designerin.