ILMA - Ich liebe Mannheim

Die Kunst des Döners

Archivartikel

Seit Mai 2019 hat Ceyhun Cavas in der Mannheimer Fressgass seinen Dönerladen geöffnet. Wer jetzt denkt „Wirklich? Noch eine Dönerbude in Mannheim?“ liegt aber ordentlich daneben. Denn bei Art of Döner gibt es, wie der Slogan besagt, „Döner Mahl anders“.

Nachhaltigkeit und Qualität

Hier setzt man besonders auf Nachhaltigkeit und Qualität. Auch wenn es nicht immer einfach ist, versucht man bei Art of Döner, so gut es geht, auf Plastik zu verzichten und mit biologisch abbaubaren Materialien zu arbeiten. „Aluminium konnte ich einfach nicht mehr sehen“, sagt Cey, wie Ceyhun von den meisten genannt wird. Wenn man vor Ort isst, bekommt man sein Essen auf Bambus-Geschirr serviert und auch to-go greift man auf eine nachhaltige Alternative zurück. Außerdem wird nahezu alles handgemacht und auch Vegetarier und Veganer gehen nicht leer aus. Cey und sein Team haben sich viele Gedanken über ihre rein pflanzlichen Gerichte gemacht und mussten ihre Eröffnung sogar um zwei Wochen verschieben, weil die vegane Avocadosoße noch nicht ihren Anforderungen entsprochen hatte.

Wraps, Bowls und Schiffchen

„Ich war immer der Meinung, man sollte sich von den Standards abheben“, erklärt der Inhaber, der in einem kleinen Dorf im Odenwald aufgewachsen und mit 16 Jahren mit seinen Eltern nach Paris gezogen ist. Dementsprechend hat er ein Konzept für einen Dönerladen entwickelt, mit dem er genau das erreicht. Neben der Variante mit Brot, bietet er auch Wraps, Bowls und seine Schiffchen mit Pommes, Fleisch und bunten Extras an, die alle nach Helden unserer Kindheit benannt sind.

Zwischen Paris, Koblenz und Mannheim

Doch wie kam es nun zum Laden in Mannheim? Während der elf Jahre in Paris, wo er nach dem Besuch einer deutsch-französischen Schule BWL studierte, pflegte er weiterhin seine Beziehungen zu seinen Freunden in Deutschland. So lernte er auch seine aus Koblenz stammende Frau kennen, die er in Paris heiratete, aber dann eine Entscheidung traf. „Paris war zwar schön, aber die Zukunft mit meiner Familie wollte ich mir lieber in Deutschland aufbauen.“ Dazu gehörte auch der Wunsch, sich in der Gastronomie selbstständig zu machen.

Entscheidung für Mannheim

Seit vier Jahren sind die zwei nun mit ihrem dreijährigen Sohn in Deutschland. Die Wahl ist hier nicht zufällig auf Mannheim gefallen. Einerseits hat das Paar viele Freunde im Raum Stuttgart, Heidelberg und Mannheim, andererseits konnte sie sich nicht vorstellen, nach ihrem Leben in Paris in ein kleines Dorf zu ziehen. In Mannheim haben sie dann den passenden Laden gefunden.

Ausrichten nach Bedürfnissen der Kunden

Ceys Kunden schätzen vor allem an ihm, dass er sich auch stark nach deren Bedürfnissen richtet. Bei ihm wird der Döner nicht im allseits bekannten dreieckigen Fladenbrot serviert, sondern im länglichen Brot, um ein Reinbeißen ohne Sauerei zu ermöglichen. Die Soßen werden mit so wenig Knoblauch zubereitet, dass sie zwar aromatisch schmecken, man aber keine Knoblauchfahne hat. "Unsere Kunden arbeiten oft selbst mit Kunden. Da muss man schauen, was man anbietet.“

Cey hat oftmals nicht den bequemsten Weg gewählt, sondern bewusst Entscheidungen getroffen, hinter denen er voll und ganz steht, auch wenn das nicht immer jeder verstanden hat. "Jeder muss machen was zu seinem Charakter passt und was zu einem selbst passt", merkt er an. So gibt es beispielsweise auch keinen Rotkohl in den Gerichten, den er nicht mag, sondern eben Rote Beete.