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Die unendlichen Weiten in den S-Quadraten

Archivartikel

„Die Abenteuer des Superman“, „Superman und Batman“, „Superman gegen Spiderman“ – die Liste der verschiedenen Comic-Serien des Helden mit dem roten „S“ auf dem blauen Overall vom Planeten Krypton ist lang, wirklich lang. Es gibt Menschen, die kennen dennoch die meisten Abenteuer aus den 52 Seiten langen und bunten Heftchen. Mirko Schmittinger und Christopher Höhn zum Beispiel.

Ob US-Helden wie Superman, Spiderman  oder der grüne Muskelprotz Hulk, asiatische Mangas oder Klassiker wie Tim & Struppi - die beiden Cartoon-Enthusiasten kennen sie nicht nur, sie haben die Hefte auch großteils auf Lager. Ihr Comicbuch-Laden Paper Street Comic Company im Mannheimer Quadrat S2 ist eine Oase für Cartoon-Freunde und bietet eine Vielzahl an bunten Heftchen. „So ungefähr 8500 Exemplare haben wir“, sagt Christoph durchaus stolz und ergänzt, „3500 neue und 5000 antiquarische Hefte.“ Eine immense Menge für das kleine Geschäft mit blauen Wänden, Regalen voller Comics und einer roten Leder-Couch zum Lesen der neuen und alten Heldengeschichten.

Kindheitstraum Comic-Buch-Laden

Vor gut zwei Jahren erfüllten sich die beiden Männer den Traum vieler Jungs – einen eigenen Comic-Buch-Laden. Der Auslöser war die Lust auf eine gemeinsame Geschäftsidee. „Wir haben uns gefragt, wieso es in Mannheim und Umgebung keinen Comic-Laden gibt“, erklärt Mirko. Im Januar 2016 begann die Suche nach einem geeigneten Geschäft. Danach ging es schnell. Ein Laden wurde gefunden, die Inhaberin des Geschäftes von der kuriosen Idee überzeugt. „Wir hatten am Anfang des Gesprächs wenig Hoffnung, dann lag auf einmal der Pachtvertrag auf dem Tisch“, erinnert sich Mirko schmunzelnd. Die beiden Quereinsteiger stürmten direkt zur Bank. Im Juli 2016 wurde eröffnet.

Wer bei Comics aber nur an Lustige Taschenbücher und Donald Duck denkt, der täuscht sich. Das Comic-Universum erscheint grenzenlos. Den Einstieg mit den Abenteuern der Ente im Matrosen-Jäckchen waren aber auch bei den beiden Comic-Verkäufern der Einstieg: „Bei mir ging es auch von Donald Duck und Lucky Luke zu Spiderman und Wolverine“, erklärt Christopher den Werdegang seines Leseverhaltens. Heute sind bei beiden noch viele Helden hinzugekommen. Die Tiefe der Geschichten begeistert sie noch heute. Ständig gibt es Neuveröffentlichungen, auch limitierte Sonderausgaben haben sie auf Lager. „Wir haben all das, was aktuell an Comic in Deutschland passiert“, freut sich Christopher über die Stärke des hauseigenen Sortiments.

Serie über Nerds weckt Interesse an den Heften

Recht hat er. In den schlichten Holzregalen in ihrem Lädchen liegen Hardcover-Bände mit schillernden Buch-Covern, die Fans mit glitzernden Augen verstummen lassen. Dazwischen  findet man immer wieder kleine Merchandising-Figuren. Auch die berühmten Comic-Boxen wie sie aus der US-Serie „The Big Bang Theory“ bekannt sind, stehen in der Ladenmitte. Feinsäuberlich in Hüllen verpackt warten die Hefte auf die Comic-Fans. Das Sortiment geht weit über das der großen Buchhändler-Ketten oder Bahnhof-Shops hinaus. Paper Street Comic Company sei schließlich eine Fachbuchhandlung, wie die beiden Inhaber grinsend betonen. Und beim Fachhändler ist die Beratung natürlich inbegriffen. „Was kennt der Kunde? Was hat ihm gefallen? Welche Richtung?“, nennt Mirko den Fahrplan, um den Kunden bei der Wahl zu helfen. Danach überlege man, in welche Richtung es gehen soll. In Zeiten von Sheldon Cooper und Co. verirrt sich natürlich auch der ein oder andere Comic-Neuling in den Laden. Nicht selten finden die sich kurz darauf mit vielen neuen Heftchen auf der roten Leder-Couch im Laden wieder – versunken in den unendlichen Weiten des Comic-Universums.