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Gemeinsam kreativ werden bei der ArtNight

Archivartikel

Etwa 20 Frauen sitzen in einem bunten Raum vor leeren Leinwänden. Es ist Halloween. Während auf den Straßen nach Süßem oder Saurem gefragt wird, sollen in diesem Zimmer im Restaurant La Locanda am Karlstern kleine Kunstwerke entstehen. ArtNight heißt das Konzept des Start-ups von Amine-Sarah Henze und David Neisinger und verspricht: In jedem schlummert ein wahrer Künstler.

In mehr als 40 deutschen Städten veranstaltet ArtNight abendliche Mal-Workshops in Cafés, Bars und Restaurants. In Mannheim mit dabei: Dachgarten,  Oh Julia!, NYX Hotel oder Luxx. Ein Künstler leitet die Teilnehmer an, während diese ein Kunstwerk kreieren, das sie bei der Buchung ihres ArtNights ausgewählt haben. Zwischen 34 bis 39 Euro kostet ein Ticket. Die Motive variieren von abstrakten Gemälden bis hin zu einem bunten Löwenkopf, Banksys Ballon Girl oder einem Akt in lila. Unterteilt werden die Events zudem in „Klassische ArtNight“, „Pro“, „Exklusiv“ oder „Special“.

An diesem Abend gibt die Künstlerin Sonja Kádár die Instruktionen: „Ihr habt ein sehr abstraktes Motiv ausgewählt und es ist euch frei überlassen, ob ihr exakt dasselbe malen wollt oder zum Beispiel mit anderen Farben arbeiten möchtet. Ich würde euch raten: Befreit euch vom Bild, tobt euch aus, es soll euch Spaß machen.

Ich muss gestehen: Gemalt habe ich zuletzt auf der Schule und das ist nun wirklich lange her. Ich fotografiere das abstrakte Bild als Vorlage schnell ab und schiele auf mein Handy während ich auf meiner leeren Leinwand dünne Bleistiftlinien ziehe. Sonja merkt das schnell und versucht mich zu inspirieren: „Mach’ das nicht, versuch es aus deinem Kopf zu malen. Du wirst sehr schnell merken, dass dabei viel mehr rauskommt.“ Und tatsächlich: Die nächsten drei Stunden mische ich Farben, verdünne alles mit Wasser, lerne, was die Tupftechnik ist, arbeite mit drei verschiedenen Pinseln und male einfach das, was mir gefällt.

Während nach und nach das eigene Werk Form nimmt und die Finger immer dreckiger werden, wird getrunken, Pizza gegessen und ziemlich viel gequatscht. Viele der Anwesenden sind nicht zum ersten Mal dabei, das wird schnell klar. Über die zwei bis drei Stunden hinweg dreht Sonja ihre Runden, zeigt, wie sie das abstrakte Glitzergemälde gemalt hat. Und die Teilnehmerinnen tun es ihr gleich: Sie befreien sich von ihrer Leinwand, laufen im kleinen Raum herum und befragen Co-Künstler nach ihrer Technik – eine tolle Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen.

Dann ist es vollbracht. Mit ein bisschen pink, blau, weiß, schwarz, Gold und Glitzer habe ich mein Kunstwerk kreiert und bin tatsächlich zufrieden. Wie ich mich fühle? Mein Kopf ist leer und ich bin stolz darauf, endlich mal wieder etwas mit den eigenen Händen geschaffen zu haben. Allein dafür sollte man ArtNight ausprobieren.