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Grilled Cheese Sandwich und frische Säfte im Café Rötterdam

Archivartikel

„Rötterdam“: Was sich auf den ersten Blick leicht mit der zweitgrößten niederländischen Stadt verwechseln lässt, ist in Wahrheit der Name eines neuen Cafés in der Mannheimer Neckarstadt. Dabei haben Stadt und Café nichts miteinander zu tun – letzteres liegt einfach an der Langen Rötterstraße. „Wir haben nicht mal etwas Niederländisches auf der Karte“, erklärt Betriebsleiter Jan.

Wo zuvor das Café NORD war, können Kaffeefeinschmecker seit dem 1. Oktober nicht nur Cappuccino trinken, sondern auch orientalische Eierspeisen, Avocado-Brote und Smoothie-Bowls genießen. Letzteres sind eine Art Müsli, bestehend aus frischen Smoothies, Früchten, Nüssen und selbst gemachtem Granola. Nur eben Instagram-tauglicher angerichtet. Der Kaffee ist nicht klassisch starker italienischer Espresso, sondern heller geröstet und schmeckt daher fruchtiger. Inhaber Burak bezieht ihn von zwei kleinen ausgewählten Röstereien aus Köln (Ernst Kaffeeröster) und Frankfurt (backyard coffee).

Aber auch beim Essen bietet das Rötterdam eine etwas andere Auswahl: Zum klassischen Rührei kann man etwa Hummus und Avocado dazu bestellen. Zu Trinken gibt es neben den Kaffee Softdrinks, frisch gepresste Säfte und Smoothies. Ein Renner sei das Grilled Cheese Sandwich mit drei Käsesorten, Jalapeños und Feigensenf, wie Jan berichtet. „Wichtig ist es vor allem, ein Angebot zu haben, hinter dem man steht und das man gut findet“, sagt Jan. Außerdem legen wir Wert darauf, gesunde und frische Produkte anzubieten“, führt er weiter aus. Das Gemüse wird täglich im kleinen Ökoladen Günay’s Garten in Heidelberg eingekauft - dem Laden von Buraks Mutter.

Wer gerne entspannt und in Ruhe einen Kaffee trinken gehen möchte, sollte am besten nachmittags unter der Woche vorbeikommen. Denn vor allem zur Frühstückszeit und besonders am Wochenende sei immer viel los im Rötterdam, erzählt Jan nicht ohne Stolz. Aufgrund der hohen Nachfrage werden für Samstag und Sonntag bereits Reservierungen angenommen.

Als Betriebsleiter ist Jan „Mädchen für alles“. Aktuell steht er die meiste Zeit in der Küche, da der vorgesehene Koch kurz vor der Eröffnung abgesprungen ist. Dem studierten Bildungswissenschaftler macht es großen Spaß die Einkäufe zu erledigen, Kuchen zu backen oder die Eierplatten zu richten. Inhaber Burak kümmert sich bislang noch um das Personal. Das soll aber auch nach und nach Jans Aufgabe werden.

Rötterdam-Inhaber Burak gehören bislang drei Lokale in der Heidelberger Märzgasse: die Pizzeria „Unter Freunden“, eine Suppenbar und das Café „Nachbarschaft“. Auf die Idee ein neues Lokal in Mannheim zu gründen, brachte ihn eine Mannheimer Stammkundin, die keine Lust mehr hatte, immer nach Heidelberg zu fahren. Sie war es, die Burak über Facebook darauf aufmerksam machte, dass das ehemalige Café Nord frei wird.

Dass das Rötterdam bisher gut läuft, hat es auch den Erfahrungen aus dem Heidelberger Café „Nachbarschaft“ zu verdanken. Jan kennt Burak schon seit ein paar Jahren und hat früher während dem Studium in seinem Pizzaladen gearbeitet. Dass beide sich so gut verstehen, mag auch ein wichtiger Faktor für die gute Anlaufphase im Rötterdam sein.

Bisher hat das Rötterdam den Ruf, ein Hipster-Café zu sein. „Ich persönlich finde den Begriff ‚hipster‘ nichtssagend. Wenn etwas hip ist, bedeutet das ja nichts Schlechtes, sondern dass etwas gut angenommen wird und bekannt ist“, findet Jan. Im Laufe des nächsten Jahres soll das Rötterdam auch abends geöffnet haben. Zum aktuellen Frühstücks- und Café-Betrieb sollen sich dann noch eine Weinkarte und Drinks gesellen.