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Hüftgold – die etwas andere Vereinsgaststätte

Eigentlich hätte Dario sich zurücklehnen können: Er hatte einen sicheren Job als Speditionskaufmann, eine schöne Wohnung auf dem Waldhof und zum Ausgleich von der Arbeit ging es abends oder am Wochenende auf den Tennisplatz von Grün-Weiß-Mannheim. Doch die Arbeit im Büro erfüllte den gebürtigen Feudenheimer irgendwann nicht mehr. Schon früher hatte Dario in der Gastronomie gejobbt, unter anderem im Restaurant Heimat von Boris Antic - dem Schwager von Darios Freundin Kristina. „Mir hat es schon immer Spaß gemacht, in der Gastronomie zu arbeiten, Events zu organisieren und die Leute zu begeistern. Meine Büroausbildung ist eine gute Grundlage, aber hierfür brenne ich“, erzählt der 25-jährige Mannheimer.

Familiäre Unterstützung

Und wie sich manchmal alles fügt, suchte der Tennisclub in Feudenheim, in dem Dario seit acht Jahren Mitglied ist, einen neuen Pächter für seine Gaststätte. Dario ergriff die Chance, den Traum von einem eigenen Betrieb zu verwirklichen. Unterstützung bekam er dabei nicht nur von Freundin Kristina, die mit ihm den Service des Restaurants leitet, sondern auch von Schwager Boris, der neben der Heimat ebenfalls die Vereinsgaststätte eines Tennisvereins leitet – die Bokeria der Tennisgesellschaft Rheinau e.V.. Gemeinsam haben sie die Vereinsgaststätte auf Vordermann gebracht und ihr eine neue Einrichtung verpasst. Den außergewöhnlichen Name des Restaurants „Hüftgold“ hat sich Dario bei einem gemeinsam Abend mit Freunden ausgedacht. „Das ist natürlich auch mit einem Augenzwinkern gemeint. Draußen auf dem Platz trainiert man sich das Hüftgold ab und hier kann man es sich wieder anfuttern“, sagt er scherzend.

Verbundenheit mit Grün-Weiss

Seit Mai hat  das „Hüftgold“ für Vereinsmitglieder des Tennisclubs geöffnet, seit  August  auch für normale Gäste. Diese anzusprechen, ist für Dario wichtig: „So eine Gastronomie kann nicht allein von den Mitgliedern leben. Gleichzeitig wollen wie die Geschichte des Vereins mit einer Wall of Fame würdigen, diese Verbundenheit soll bleiben“, sagt der Hobby-Tennisspieler.

Handgemachte Nudeln

Ganz neu ist dagegen die Speisekarte. Eine kleine, aber feine Auswahl an Gerichten wie Pasta, Kalbschnitzel oder Salatteller stehen darauf, hergestellt wenn möglich aus regionalen Zutaten. Die Nudeln werden handgemacht mit der alten Nudelmaschine von Dario Oma. Das Lieblingsgericht des Neugastronomen lässt sich schon an der Karte ablesen: „Darios Original Bolo“, eine Bolognesesoße, die Dario 24 Stunden köcheln lässt, bevor sie mit den safrangelben Nudeln vermengt wird. „Wir haben Lust, viel rumzuexperimentieren, ein paar Klassiker braucht man aber auch immer“, findet Dario.

Nach der ersten anstrengenden Monaten ist Dario angekommen in seinem Restaurant. Expandieren, weitere Veranstaltungen anbieten oder vielleicht irgendwann ein weiteres Lokal eröffnen, all das kann er sich gut vorstellen.  Jetzt ist er aber erstmal glücklich in Feudenheim: „Und die Feudenheimer freuen sich, dass sie nicht immer die die Stadt fahren müssen, sondern es auch am Stadtrand etwas Neues zu entdecken gibt“.