ILMA - Ich liebe Mannheim

Italienische Esskultur und Lebensfreude

Archivartikel

Tomatensauce, Mozzarella, Champignons. Mit leichter Hand fügt Giovanni Samuele Randisi Schinken und kreisrund geschnittene Lauchzwiebeln hinzu. Dann eilt Randisi zu dem riesigen Ofen. Er öffnet die Ofentür und fährt mit einer Pizzaschaufel unter den Teig. Die Schutzklappe fällt wieder zu. „Gleich fertig“, murmelt Randisi und wischt mit einem Küchentuch über die Arbeitsfläche, um sie von Schmelzkäseresten zu befreien.

In der Glasvitrine sind die Zutaten zu sehen: Pilze, Basilikum, tiefgrüner Rucola. Randisi holt die Pizzen aus dem Ofen und reicht sie über die Theke, wo Adelina Avmedovska wartet. Die Schichtleiterin serviert die Pizzen, wie in Rom üblich, auf rechteckigen hölzernen Schneidebrettern. „Den Teig stellen wir selbst her“, sagt die Schichtleiterin, während sie an der Antipastitheke vorbeiläuft. Ein Kunde studiert die Zutaten: Brokkoli, Humus, Oliven ... die getrockneten Tomaten werden aus Italien importiert, wie auch der Büffelmozzarella.

Selbstgebackenes Brot 

Als Kellnerin Avmedovska die heißen Pizzen an der Cocktailbar vorbeiträgt, nickt Barkeeper Raj Mehta zum Gruß. Er mixt einen Mezzodi Spritz: Prosecco, Soda und gestoßene Eiswürfel fügt er dem typisch italienischen Aperitif Mezzodi hinzu und verziert das Glas mit Minze. Mehta reicht das Cocktailglas einer jungen Frau, die ihr Portmonee zückt. „Das ist unser Semi-Service-Modell“, sagt Avmedovska. „Bestellt und bezahlt wird an der Theke, die Getränke nimmt der Kunde gleich mit, das Essen wird serviert“, erklärt die Schichtleiterin.  Die Theken stehen für die drei Säulen: Pizza, Pasta, Antipasti und Süßspeisen. „Wir backen unser Brot natürlich selbst“, fügt Avmedovska hinzu.

In einer Ecke steht ein winziges weißes Lieferantenauto, „OhJulia liebt Mannheim“ ist auf einem Aufkleber zu lesen. Accessoires wie dieses füllen den Raum mit Leben. „Wir haben auch ein Gespann von DJs, das dem Publikum entsprechende Musik auflegt“, erklärt Betriebsleiter Carsten Reich. In diesem Fall spielt leichte italienische Popmusik im Hintergrund. Wandverkleidungen, auf denen Skizzen von Zutaten mit Zitaten von Schriftstellern gespickt sind, verweisen darauf, dass Italiens Esskultur als ein Teil genussvoller Lebensfreude verstanden wird.

Blick in die Küche

„Sehen Sie? Man kann bis in die Küche hinein blicken“, sagt Reich und deutet auf eine Tür, hinter der ein Koch ein Gericht flambiert. Apropos Transparenz: Wie werden die Köche ausgebildet? „Wie in der Systemgastronomie üblich, werden unsere Köche speziell mit Blick auf die Gerichte, die wir anbieten, geschult. Die kreative Küchenintelligenz liefert Küchenchef Frank Uebelherr, der zuvor lange in Schöneiche bei Berlin gearbeitet hat“, erklärt Reich.

Die Pizzen bestechen durch einen luftig-crossen Rand und frische Zutaten, wie Räucherlachs, Tomatensauce, Mozzarella, Basilikum und Crème fraiche - im Falle der Pizza Salmone.

Das Konzept des urbanen Restaurants in der Nähe unterschiedlicher Einkaufsmöglichkeiten geht auf: Eröffnete das erste OhJulia vor rund drei Jahren in München, so folgte die Zweigstelle in Mannheim im September 2016. Ende Mai 2017 eröffnete ein OhJulia-Restaurant in Stuttgart.