ILMA - Ich liebe Mannheim

Let’s get some smoke!

Archivartikel

Mal angenommen, ein Amerikaner möchte was aus seiner Heimat essen: Welches Restaurant würde man ihm in Mannheim empfehlen? Den McDonalds auf den Planken oder vielleicht doch den Burger King um die Ecke? Ehrlich. Da geht noch was. In einer Passage mitten in den Quadraten, wo ein Geschäft mehr als 20 Jahre lang kunterbunten Kitsch verkaufte, hat sich Die Fette Wutz mit einem einmaligen Konzept in ganz Deutschland breit gemacht. Silke Martin und ihr Ehemann bringen Texas BBQ in die Region. Und tatsächlich: „Wir haben viele amerikanische Gäste, die sagen, dass es wirklich wie Zuhause schmeckt“, erzählt Martin. Dafür hat sie mit einem echten Southern-Pride-Smoker gesorgt, den sie aus den USA eigens herholte. Den braucht sie, um „Pulled Pork“ (gezupftes Schwein), „Ribs“ (Schälrippen) vom Schwein und Rind und „Brisket“ (Ochsenbrust) zu smoken, also zu räuchern. Je nach Sorte kann das bis zu 16 Stunden dauern. „Der Gast bestellt sein Essen an der Theke und bekommt es dort innerhalb weniger Minuten serviert, aber die Zubereitung braucht seine Zeit“. Eine perfekte Verbindung zwischen Fast- und Slow-Food also. „Es wird nichts verfeinert, es ist nicht viel Chichi, wir machen alles selbst“, fasst Martin zusammen.

American Diner im industriellen Vintage Design

Martin und ihr Ehemann verbinden zwei große Leidenschaften: die USA und das Fleisch. Die Idee, beides zu verbinden, „hat sich einfach ergeben“, erzählt sie. Wie ein typisch amerikanisches Diner sieht das BBQ in N6 aber nicht aus. Vielmehr wirkt es mit einem industriellen Vintage Design sehr urban. Die Glaswand im Erdgeschoss ist mit Graffiti besprüht, „Real Texas BBQ“ steht es hier und da. Viele Möbel sind aus Holland importiert, den Rest hat ein Freund für sie geschreinert.

Lernfreudige Quereinsteiger

Silke Martin ist ursprünglich Krankenschwester, vor elf Jahren hat sie sich mit einer mobilen Massagepraxis selbstständig gemacht. „Ich bin komplett artenfremd“, gibt sie lachend zu. Und auch sonst kommt kein Mitarbeiter der Fetten Wutz aus der Gastronomie – außer ihr Ehemann. „Unser Konzept ist nach einer Systemgastronomie ausgelegt.“ Alles sei klar portioniert, alles werde abgewogen. „Deshalb wollten wir Leute, die keine Ahnung von Gastro haben. Die sich quasi von uns sagen lassen, wie wir es haben möchten.“

Mannheim als offene Stadt für neue Konzepte

Und wieso Mannheim? „Wir kommen hier aus der Region und ich glaube, dass Mannheimer für neue Konzepte einfach offen sind“, sagt Martin. Die Stadt sei auch von der Größe her ideal, weil sich Neueröffnungen schnell rumsprächen. Jetzt hofft sie, dass ihr guter Wind auch im Sommer weiter anhält - und die Fette Wutz ihr Alleinstellungsmerkmal nicht verliert.