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Nicht nur für Veganer

Archivartikel

Lecker, gesund, vegan – Mit diesen Schlagworten wirbt das Restaurant Leaf Food. Die Zutaten kommen vorwiegend aus der Region, Inhaber Roman Kress setzt auf Transparenz und Nachhaltigkeit. Ein Laden für Weltverbesserer also? Nein: Es geht dem ausgebildeten Koch, der bereits in Sternerestaurants gearbeitet hat, darum, dass sich jeder mit seiner Ernährung wohl fühlt. Dafür bietet er leichtes, frisches und ausgewogenes Essen unter Verzicht auf Fleisch und tierische Produkte. „Ich habe das bei einem Selbstversuch gemerkt: Ich habe mich zwei Wochen lang vegan ernährt und bin dann dabei geblieben. Bei einer ausgewogenen Ernährung fühlt man sich leichter und kann nach dem Essen gleich loslegen“, sagt Roman Kress, Inhaber von Leaf Food.

Nach seiner Ausbildung im Erbprinz in Ettlingen folgten Stationen in der gehobenen Küche in Bern und Bergisch Gladbach. Er arbeitete in einem vegetarischen Restaurant in Heidelberg, bevor er im Juni 2015 das Leaf Food in Mannheim eröffnete. Seit 2013 ernährt sich Kress vegan. Und obwohl das Leaf Food konsequent ausschließlich vegane Produkte anbietet, bleibt Kress erfrischend undogmatisch: Der Verzicht auf Fleisch und tierische Produkte hat zwar für Kress eine tierschützerische Komponente, entscheidend seien aber Abwechslung und Ausgewogenheit: „Nicht zu viel Fett und Kohlenhydrate, aber ordentlich Ballaststoffe“, erläutert Kress. Denn Ausgewogenheit vermisst Kress in der konventionellen westeuropäischen Küche.

Gemüse aus der Pfalz

Jedes Gericht wird selbst hergestellt. Die Zutaten kommen vorrangig aus der Region: „Das Leaf Food steht für einen regionalen und saisonalen Ansatz“, erklärt Kellnerin Johanna Schlünß. „Alle Zutaten kommen aus landwirtschaftlichen Betrieben der Region, denen wir vertrauen. Das Gemüse beziehen wir fast ausschließlich aus der Pfalz.“  Zudem werden in dem veganen Restaurant alle Speisen selbst  erdacht und zubereitet: „Bis auf die Teigfladen für die Wraps machen wir alles selbst“, sagt Schlünß.

Das Ambiente des veganen Restaurants ist hell und freundlich, die Einrichtung – Tische, Stühle und Bänke aus hellem Holz – setzt auf klare Linien mit einigen liebevollen Details, etwa umrahmte kleine Bilder an der Wand, mit Zitaten versehenen. Design und Bau erfolgten in Eigenregie, auch hier lautet die Devise Nachhaltigkeit.

Fleischerhaken an der Gaderobe

Im Frühjahr wurde das Restaurant unter Verzicht auf die Glastheke um einen Raum erweitert: „Wir hatten nur wenige Sitzmöglichkeiten. Wenn beispielsweise im Winter Gäste kamen und gesehen haben, alles ist voll, sind sie wieder gegangen. Deshalb bieten wir jetzt mehr Plätze an“, erläutert Kress die Entscheidung zu dem Umbau.

Doch an diesem Freitagabend ist eher wenig los:  „Heute Abend ist es ruhig“, sagt die Psychologiestudentin, als sie die Kaffeemaschine putzt. „Mittags sah das noch ganz anders aus.“ Die Gäste kommen zu Stoßzeiten, viele bestellen Gesundes zum Mitnehmen oder verbringen ihre Mittagspause in dem veganen Restaurant.

Einen – oder mehrere – Haken hat die Sache: Das Leaf Food befindet sich in einem ehemaligen Fleischkühlhaus, woran jetzt noch die Fleischerhaken an der Garderobe erinnern. Braucht Mannheim tatsächlich noch so einen „Ökoladen“? Diese Frage irritiert die Psychologie-Studentin. „Wieso? Es gibt doch viel zu wenig davon!“