ILMA - Ich liebe Mannheim

Noch knapp 10 Tage Winterlichter

Ein romantischer Spaziergang und etwas Licht an den langen, dunklen Abenden? Noch bis zum 24. Februar könnt ihr euch die Winterlichter im Luisenpark ansehen. Lange Schlangen haben sich vor den Kassen gebildet. Der Geruch von frischgebackenen Brezeln weht durch die Luft, viele Wartenden geben der Verführung nach und snacken fröhlich. Es ist kalt genug, um sich in Mütze und Schal einzukuscheln, aber mild genug, um sich nicht gleich nach wärmenden Räumen zu sehnen. Endlich drin, erkennt man in der Ferne die großen Leuchtkugeln, die die Timelines in den sozialen Medien vieler Mannheimer derzeit fluten.

All der Stress und das nervige Anstehen fallen ab. Schon am Beginn des Rundwegs ertönt leise Musik, überall greifen Besucher zum Smartphone oder bauen Stative ihre Spiegelreflexkameras auf. Ein paar Schritte abseits des Wegs stehen die beleuchtenden Kugeln. Die Metallgerüste sind mit großen Tüchern bespannt, die von unten in lila, gelb und grün angestrahlt werden. Auch wenn diese wohl nicht als Klettgerüst gemacht sind, toben darauf Kindern rum und lachen, Teenager schießen Selfies im Akkord.  

Der Rundgang, der nicht immer ganz leicht zu finden ist, führt weiter entlang einer riesigen Wäscheleine und illuminierten Bäumen zum Post Weihnachtsmarkt mit Lebkuchen und Glühwein. Auch zwei Monate nach dem Fest scheint gerade letzterer noch vielen zu schmecken, überall wird geprostet.

 Jenseits der blinkenden Brücke, die abwechselnd blau, rot und grün blinket, liegen illuminierte Riesenbleistifte, im Hintergrund läuft surreal klingende, schöne Entspannungsmusik. Am See hat sich eine Traube Menschen gebildet, gemeinsam bewundern sie eine Lichtprojektion auf dem See. Händchenhaltende Paare, teilweise mit Zuckerwatte, schlendern vorbei, Eltern beobachten ihre Kinder beim Klettern. Ein Idyll trotz der Kälte und Dunkelheit. Nur eines ist Fluch und Segen zugleich: Die Winterlichter machen den Park so schön, dass wir den Moment festhalten und später auf Insta teilen wollen – doch gerade an den beliebten Kunstwerken wie mehreren hintereinander gebauten Ringen kämpfen Hobbyknipser um den besten Spot. Einfach nur stehen und den Anblick genießen? Fehlanzeige, man will ja niemandem ins Bild laufen. Vielleicht wäre das einmal ein Ansatz: Ein Instawalk – und danach die Hände mit einem heiße Getränk und der Hand eines lieben Menschen „füllen“. Denn bevor man die Impressionen online teilt, vielleicht erstmal live teilen.