ILMA - Ich liebe Mannheim

Radio für alle

Archivartikel

Den Gründern von bermuda.funk fehlte etwas in der Region. Mehr Vielfalt, mehr Mitbestimmung, mehr Unabhängigkeit waren ihre Ziele. Also riefen sie 1998 den freien Radiosender ins Leben. Unter der 89,6 MHz kann man die „Funker“ in Mannheim hören. Einer von ihnen, Andreas Frank, ist langjähriges Vorstandsmitglied und passionierter Radiomacher der ersten Stunde.

- Warum freies Radio? 

Andreas: Als nicht-kommerzielles Mitgliederradio verstehen wir uns als Alternative zu öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Medien. Bei uns werden die Inhalte von den Sendenden selbst bestimmt und es kommen auch Menschen zu Wort, die sonst keine Stimme haben. Da der bermuda.funk unabhängig von Einschaltquoten ist, können wir Raum für Experimente und Inhalte abseits des Massengeschmacks bieten.

- Wie viele Mitarbeiter hat bermuda.funk? 

Andreas: Der bermuda.funk hat vier fest angestellte Mitarbeiter*innen für Organisation, Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit, die sich zusammen eineinhalb Stellen teilen – mehr ist bei unserem knappen Etat nicht drin. Wie die Vorstände arbeiten viele Mitglieder rein ehrenamtlich. Auch die Sendenden bekommen kein Geld, sondern machen das aus reinem Spaß am Radio.

- Wie ist das Radio organisiert?

Andreas: Der bermuda.funk ist basisdemokratisch organisiert. Das heißt, dass alle ordentlichen Mitglieder über die Belange und die Zukunft des Radios mitentscheiden können. Um die Geschäfte des Vereins kümmert sich der siebenköpfige Vorstand. Die Gesamtredaktion organisiert den Sendebetrieb. Darüber hinaus gibt es Fachredaktionen wie die Musikredaktion und Ressorts wie beispielsweise die Ausbildung. Jede Sendung ist für sich dann nochmal eine eigene Redaktion.

- Wer kann mitmachen?

Andreas: Unser Slogan ist: Senden kann jede*r mit Sendungsbewusstsein! Man braucht weder eine ausgebildete Stimme noch technische Erfahrung. Das nötige Rüstzeug zum Radiomachen bekommt man in unserem kostenlosen Einführungsworkshop vermittelt und auch danach stehen wir mit Rat und Tat zur Seite. Natürlich gelten auch bei uns gewisse Regeln: So muss zum Beispiel das Konzept für eine neue Sendung von der Gesamtredaktion genehmigt und zunächst eine Probesendung produziert werden. Kein Platz ist bei uns für rassistische oder diskriminierende Inhalte!