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Simplimentär – der nachhaltige Kalender aus Mannheim

Archivartikel

Nachhaltigkeit ist Lisa Sofsky sehr wichtig und ein großer Bestandteil ihres Lebens. Das Wissen, das sie sich in den letzten Jahren rund um das Thema angeeignet hat, wollte sie unbedingt nutzen. „Es ist wirklich einfach, etwas in dieser Richtung zu tun. Ich habe mich aber immer gefragt, wieso das bei vielen Leuten nicht so ankommt.“ Also überlegte sie sich, ein Buch zu schreiben. „Allerdings wäre das irgendwie auch nichts Neues gewesen, zu dem Thema gibt es ja schon viele Bücher“, sagt die 25-Jährige. Viel besser fand sie die Idee, einen Kalender zu gestalten, der auch Neulinge an das Thema heranführt. Nicht nur nützlich, sondern auch schön sollte er werden, das war ihr als Kommunikationsdesign-Studentin besonders wichtig.

„Das soll das Bewusstsein schärfen und zum Umdenken animieren“-Lisa

Aus der ersten Idee wurde dann die Abschlussarbeit zum Bachelor. Schnell stellte sie fest: „Das Thema funktioniert sehr gut als saisonale Form.“ Das Schöne sei, dass die Nutzer nicht direkt mit einer Flut von Ideen und Aufgaben überrollt oder gar überfordert würden. Stattdessen animieren jede Woche neue Aufgaben und Ziele dazu, etwas zu tun. Eine Aufgabe ist es zum Beispiel, Putzmittel einmal selbst herzustellen oder ein paar Tage lang Müll komplett zu vermeiden. „Das soll das Bewusstsein schärfen und zum Umdenken animieren“, sagt Lisa. Der Kalender nennt nicht nur Adressen von Läden, die Lebensmittel unverpackt anbieten, sondern gibt aber auch Tipps, wann welche Gemüsesorten Saison haben und die daher besonders umweltfreundlich produziert und konsumiert werden können.

Undatierter Planer für mehr Flexibilität

Nachdem der Kalender fertig gestaltet war, begann die junge Grafikerin und Illustratorin, über Online-Plattformen Spenden für den Druck der ersten 300 Exemplare von Simplimentär zu sammeln. Auch für die Produktion legte sie besonderen Wert auf nachhaltige Produkte. So komme für die Seiten Graspapier zum Einsatz und für den Druck Farben auf Sojabasis – „alles nachhaltig produziert und biologisch abbaubar“, wie sie versichert. Schnell kam das Geld zusammen und die erste Auflage wurde gedruckt. Motiviert von diesem Erfolg, läuft aktuell die zweite Crowdfunding-Aktion für weitere 1000 Exemplare. Anders als bei der Premierenauflage soll die als undatierte Version erscheinen, sodass der Kalender – ganz nachhaltig – jederzeit genutzt werden kann und man auch mitten im Jahr mit dem umweltfreundlicheren Leben anfangen kann. „Dann geht es halt in der Mitte los und im Januar geht es an den Anfang“, so die Hobby-Gärtnerin.

Für die Zukunft hat Lisa viele Ideen und große Pläne. Aktuell macht sie sich als Grafikerin und Illustratorin selbstständig. Neben dem Kalender gestaltet sie unter anderem Taschen, Postkarten, oder Notizbücher, auch ein Handbuch über Heilkräuter ist in Planung.