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Wie Sheabutter aus dem Jungbusch Menschen in Uganda hilft

Archivartikel

Ein Blick über den Tellerrand hilft manchmal auch bei einer Unternehmensgründung weiter. So auch bei Paul Langer und Oliver Tuna Kurtz, beides Doktoranden an der Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Langer, 32 Jahre alt, führten schon viele Reisen nach Ostafrika, genauer nach Uganda. „Er kennt die Situation vor Ort, und die Leute dort gut“, erzählt Tuna, Mitgeschäftsführer von „balmyou“, im Gespräch. Das Start-Up Unternehmen für Naturkosmetik, das im Jungbusch seinen Firmensitz hat, gibt es seit 2016. „Paul hat nach seinen Reisen überlegt, wie man vor Ort Wertschöpfung schaffen könnte“, so Kurtz.

Auf einer Farm in der Nähe des Albertsees – knapp 30 Kilometer von Ugandas Hauptstadt Kampala entfernt - wird er schließlich fündig: Dort wachsen entlang des Nils die Früchte des Nilotica-Karitébaums, aus denen die „Nilotica Sheabutter“ des Mannheimer Unternehmens hergestellt wird. „Die Nüsse werden vor Ort kalt gepresst und nicht erhitzt. So gehen die Vitamine nicht verloren“, erklärt Kurtz. Abgefüllt wird die Creme  bei Darmstadt, ansonsten findet die komplette Planung des Zwei-Mann-Unternehmens im Jungbusch statt.

Soziale Verantwortung ist den Gründern von „balmyou“ dabei besonders wichtig. Pro Verkauf sollen etwa fünf Prozent des Erlöses an soziale Projekte vor Ort gespendet werden. Hierfür arbeiten Paul und Tuna mit der Nichtregierungsorganisation Youth Encouragment Services Uganda (Y.E.S.) zusammen. Zudem ist es den beiden Jungunternehmern ein Anliegen, über ihre Arbeit und die Produktionsstätte vor Ort zu informieren. So bieten sie auf ihrer Homepage allen Interessierten die Möglichkeit, sie auf einer ihrer Reisen nach Uganda zu begleiten. „Wir sind ein sehr kleines Unternehmen und möchten unseren Kunden so transparent wie möglich entgegentreten. Daher würde es uns sehr freuen, wenn jemand das Angebot annehmen würde“, sagt Tuna.

Pflegeöl aus Kaffeebohnen

Und die Jungunternehmer arbeiten auch schon an einem zweiten Produkt. Dieses Mal sollen Arabica-Kaffeebohnen – wieder aus Uganda - die Basis für ein „reines Kaffeeöl“ bilden, das als Körperöl angewendet werden kann und unter anderem gegen Cellulite helfen soll. Bisher vertreibt „balmyou“ seine Sheabutter nach eigenen Angaben in etwa 15 deutschen Städten; in Mannheim gibt es sie bis jetzt nur in Apotheken (Pestalozzi- und Collini-Apotheke) sowie in der Boulderhalle „Boulder Island“ in der Industriestraße.