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Zeit zum Umdenken in der Silberpappel

Archivartikel

Am Ortsrand von Neckarau erstrahlt das Restaurant Silberpappel seit Anfang Juni in ganz neuem Flair. Sieben Monate lang hat das Team der Silberpappel die alten Räumlichkeiten renoviert. Dabei hat sich nicht nur das Äußere des Restaurants verändert. Aus dem unscheinbaren Restaurant, in dem es Schnitzel in jeglicher Form und Variation gab, wurde eine Location, in der man auf regionale und faire Küche setzt, sodass das Lebensmittel selbst wieder in den Vordergrund gestellt wird.

Erfahrene Teammitglieder schaffen ein neues Konzept

Jeder aus dem Team hat in der Vergangenheit bereits ganz individuelle Erfahrung in der Gastronomie sammeln können. Und obwohl alle in unterschiedlichen Sparten unterwegs waren, gab es eine Sache, die ihnen allen nicht „geschmeckt“ hat: In vielen Bereichen der Gastronomie geht es nur noch um Masse und Profit. Das will und kann das Team nicht. Mit viel Herzblut haben sie ein Konzept entwickelt, mit dem sie von der Norm abweichen.

Die unkonventionelle Küche der Silberpappel

Die Idee ist simpel: In der Silberpappel sollen dem Prinzip der fairen regionalen Küche folgend Gerichte serviert werden, die Tradition und Moderne verbinden. Die Umsetzung ist allerdings ein schrittweiser Prozess, der viel Zeit und Arbeit in Anspruch nimmt. Die Produkte werden hauptsächlich von kleinen Direkterzeugern aus der Region bezogen, die auf einen respektvollen Umgang mit Mensch und Tier achten. Auch wenn viele Produzenten die Standards verschiedener BIO-Siegel erfüllen, sind nicht alle offiziell zertifiziert – das Team überzeugt sich lieber selbst vor Ort von den Produktionsbedingungen.

Anstöße zum Umdenken

Selbstverständlich hat das Konzept auch Auswirkungen auf die Gerichte und deren Preise. Durch die Fokussierung auf kleine Erzeuger und saisonale Produkte ist die Karte eher kompakt gehalten und wird jahreszeitlich an das vorherrschende Angebot angepasst. Auf einer zusätzlichen Aktionstafel könnt ihr jedoch weitere Gerichte finden, die häufiger mal wechseln. Die Preise sind repräsentativ für den Waren- und Arbeitseinsatz. So sind Fleischgerichte eben vergleichsweise teuer, während zum Beispiel Heißgetränke erschwinglich sind. Das Team ist sich darüber im Klaren, dass das Konzept und die Preise bei den Kunden, mit denen sie selbstverständlich gerne in Dialog treten, Fragen aufwerfen. So wollen sie Bewusstsein schaffen, Diskussionen anregen und für ihre Überzeugung einstehen, dass kein Preis der Welt unwürdige Produktionsbedingungen rechtfertigen kann.

In den nächsten Jahren könnt ihr euch also auf entspannte Abende auf Paletten-Möbeln freuen, auf musikalische Unterhaltung und gleichzeitig auf ein kulinarisches Konzept, das euch neue Wege aufzeigt.