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Charme-Breitseite des Hollywoodstars

Archivartikel

Jazz: Jeff Goldblums Debütalbum überzeugt

Sophia Loren, Audrey Hepburn Whoopi Goldberg, Joaquin Phoenix oder Jamie Foxx haben es getan – und sogar einen Grammy gewonnen. „Dr. House“ Hugh Laurie macht es ausgezeichnet, Meryl Streep hat es immerhin versucht. Kevin Costner tanzte einst im Mannheimer Rosengarten mit dem Mainstream-Rock, Kevin Bacon im Capitol – und Hugh Jackman will sogar die SAP Arena füllen. Musizierende Hollywood-Stars sind also eher die Regel als die Ausnahme. Da kann es kaum verwundern, dass Blockbuster-König Jeff Goldblum („Independence Day“, „Jurassic Park“, „Thor: Tag der Entscheidung“) einen mehr als ordentlichen Jazz-Pianisten (und soliden Sänger) abgibt.

Starke Gaststars wie Brönner

Seit 2014 bestreitet er mit seinem versierten The Mildred Snitzer Orchestra eine regelmäßige Session. Einen Eindruck vermittelt das live mitgeschnittene Debütalbum „The Capitol Studio Sessions“. Wenn er sich anfangs ausgerechnet durch „Cantaloupe Island“ von Tasten-Großmeister Herbie Hancock schaukelt, zweifelt man noch etwas an der Ernsthaftigkeit des Unterfangens. Aber das verfliegt, wenn Goldblum und seine Combo losswingen und starken Gästen wie Trompeter Till Brönner sowie den Sängerinnen Haley Reinhart (betörend) und Imelda May ein Podium bieten. Wobei im Zentrum klassische Unterhaltung im eleganten Rat-Pack-Stil steht, mit einer Charme-Breitseite des Hollywood-Superstars, der auch seinem Mutterwitz freien Lauf lässt – vor allem im Duett mit Komikerin Sarah Silverman („Me And My Shadow“). (Decca) jpk

Unsere Note: ★ ★ ★ ★ 

(Muntermacher) von 6 Sternen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)