Neue Alben

Der Eindruck des Unvollendeten

Archivartikel

Pop: Nach dem tragischen Tod des schwedischen Electropop-Stars erscheint eine posthume Platte

Im April 2018 stand die Pop-Welt unter Schock: Einer der größten DJ-Stars der vergangenen Jahre war überraschend und unter mysteriösen Umständen verstorben. Mit 28. Wie bei so vielen Künstlern, die eines allzu frühen Todes sterben, gibt es nun auch ein Album aus dem musikalischen Nachlass Aviciis. Ganz schlicht „Tim“ heißt es und ist das wohl persönlichste Werk in der Diskographie des Künstlers.

Melancholischer Inhalt

Zunächst einmal stechen auf dem Album die, im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen, doch sehr melancholischen Texte hervor. Hier hat sich die belastende Lebenssituation des Schweden, die schließlich zu seinem Tod führte, spürbar niedergeschlagen. Wenn es etwa heißt „I don’t want you to see / How depressed I’ve been“ ist das eine ganz klar andere Stimmung als in den Partyhits, die seine Diskographie geprägt hatten. Trotz neuer lyrischer Tiefe kann die Musik leider nicht voll überzeugen. Viele der Songs wirken noch nicht ganz ausgefeilt. Oft scheint es so, dass mit nur wenigen Veränderungen der Sound viel harmonischer sein könnte. Stimmungen, die aufgebaut werden, verpuffen bald wieder. Dies ist dem Künstler kaum anzulasten, schließlich konnte er sein Album nicht mehr vollenden.

Bitterer Beigeschmack

Und so bleibt am Ende der bittere Beigeschmack, den solche Nachlass-Alben oft beim Hörer hinterlassen. Die bessere Musik entsteht eben doch, wenn der Künstler selbst das Werk zu Ende bringt. Was darüber hinweghilft, sind die Highlights, die das Album zu bieten hat: „Fade Away“ und „Excuse Me Mr Sir“ zeigen, dass „Tim“ es besser konnte. (Virgin) nowu

Unsere Note: ★ ★ ★

 

(Mittelmäßig) von 6 Sternen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)