Neue Alben

Die große weibliche Hoffnung des R&B

Archivartikel

Pop: Janelle Monáe zementiert mit „Dirty Computer“ ihren Status als kreative Instanz

Welchen Rang sich Janelle Monáe seit ihrem Karrierestart 2010 erarbeitet hat, zeigt sich gleich zu Beginn ihres dritten Studioalbums „Dirty Computer“: Den betörend schönen, hoch angelegten Backgroundgesang im Titelsong steuert niemand Geringeres als Beach-Boys-Legende Brian Wilson bei. Ansonsten geben sich so verschiedene Künstler wie Lisa Bonets und Lenny Kravitz’ Tochter Zoë, die kanadische Synthie-Pop-Aufsteigerin Grimes sowie Produzentenikone Pharrell Williams als Gäste die Ehre. Wie die Sängerin, Rapperin, Produzentin und Schauspielerin durchblicken lässt, hat Prince bis zu seinem überraschenden Tod 2016 an dem neuen Album mitgewirkt.

Monáe verabschiedet sich darauf von Cindi Mayweathers Science-Fiction-Saga „Metropolis“, die den fiktionalen Hintergrund ihrer bisherigen Veröffentlichungen gebildet hat. Trotzdem ist auch „Dirty Computer“ wieder ein Konzeptalbum, quasi in drei Akten. Die 32-Jährige charakterisiert es als „Hommage an Frauen und das Spektrum sexueller Identitäten“. So zementiert die 32-Jährige in Anlehnung an „große weiße Hoffnungen“ im Boxen ihren Status als „große weibliche Kreativhoffnung“ für den US-Pop und vor allem R&B.

Nicht austauschbar

Nicht nur, weil sie wie Kendrick Lamar viel politisches Bewusstsein transportiert – übrigens auch als Schauspielerin („Moonlight“, „Hidden Figures“). Sondern vor allem, weil es ihr gelingt, dass ihre neuen Songs deutlich kommerzieller klingen als gewohnt – aber nie so austauschbar, steril und unkreativ wie das sonstige Hitparadenfutter aus den USA. (Atlantic) jpk

Unsere Note: MEGAMÄSSIG ★ ★ ★ ★ ★