Neue Alben

Rock: Alice In Chains’ großartige neue Platte

Die Rückkehr nach Seattle

Archivartikel

Fast 30 Jahre nach der Rock-Revolution, die als Grunge in die Geschichtsbücher einging, hat sich eine bittere Schwere über die alten Helden aus Seattle gelegt. Klar, Pearl Jam spielen immer noch unglaubliche Live-Shows, als wären sie weiterhin Mitte 20, aber der Suizid von Soundgarden-Ikone Chris Cornell im vergangenen Jahr hat die Szene schwer erschüttert.

Es wird wieder Zeit für ein Album, das an die langsam verbleichenden Glanzzeiten erinnert. Alice In Chains, selbst durch den Drogen-Tod ihres unvergessenen Sängers Layne Staley schon schwer gebeutelt haben es aufgenommen. „Rainier Fog“ markiert die Rückkehr der Band in die Metropole im Nordwesten der USA, wo Alice In Chains zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren aufgenommen haben – der typische Nebel um Seattles Hausbergs hat es nicht nur zum Albumtitel geschafft, sondern ist als Song auch eine wunderbare Reminiszenz an das, wofür Alice In Chains immer prototypisch standen: Schwermütige Texte, mehrstimmiger Gesang und mächtige Riffs fusionieren zu einem unkopierbaren, zeitlosen Sound.

Hypnotische Wirkung

Der auch nicht mehr ganz so neue Sänger William Duvall ist der bestmögliche Staley-Klon, den man sich vorstellen kann, wie sich im famosen „Fly“ zeigt, das modern klingt, ohne die eigene Geschichte zu verleugnen. Das folgende „Drone“ (mit Gastspiel von Queensrÿche-Gitarre Chris DeGarmo) hat eine geradezu hypnotische Wirkung, das wunderbar emotionale „Never Fade“ schickt dem alten Kumpel Cornell traurige Grüße hinterher. Was für eine großartige Platte! (BMG/Warner)

Unsere Note: MEGAMÄSSIG ★ ★ ★ ★ ★ von 6 Sternen 

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)